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NATURZYT-Ausgabe Juni 2022

Naturgarten – ein natürlicher Lebensraum für die Artenvielfalt

Baum Garten

Ein Baum für jeden Garten

Bäume geben jedem Garten das gewisse Extra. Sie spenden Schatten, tragen Früchte, locken mit duftenden Blüten und leuchten mit farbigen Blättern. Auch Tiere schätzen Bäume sehr. Es lohnt sich also, einen Baum in den Garten zu holen.

Bäume haben die Menschen seit jeher fasziniert. Sie spielen in vielen Geschichten, Sagen und Mythen eine wichtige Rolle. Man begegnet ihnen in Redewendungen und Ausdrücken wie «Das ist ein bäumiger Typ» und «Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm». Wenn Kinder ein Haus malen, malen sie neben m-förmigen Vögeln am Himmel meistens auch einen Baum neben das Haus – als gehöre der einfach dazu. Früher war es kein Zufall, welcher Baum im Garten oder auf dem Hof stand – da war teilweise viel Aberglaube im Spiel. Denn unterschiedliche Baumarten hatten ganz typische Eigenschaft en. Linden beispielsweise standen für Gastfreundschaft, ein Walnussbaum für Fruchtbarkeit und Kirschbäume galten als Glückssymbol. Heute hat allerdings kaum noch jemand Platz für solch ausladende Baumarten.

Zum Glück gibt es aber auch für kleinere Gärten ein grosses, attraktives Sortiment an klein bleibenden Bäumen und Gehölzen. Zudem sind in den letzten Jahrzehnten immer mehr Gartenbäume mit kugeligen Kronen oder schmalen Säulenformen in den Handel gekommen.
 
Eine wunderschöne Salix alba «Tristis» verbreitet ihren zauberhaften Charme. Sie ist eine der wenigen baumförmigen Weiden und eher für grössere Gärten geeignet. (Foto: by Sebastian Wagener)
 
BÄUME VERLEIHEN CHARAKTER
 
Traditionell pflanzt man Bäume beim Hausbau oder Einzug. Manche pflanzen einen Baum zur Hochzeit, zur Geburt eines Kindes oder zu anderen besonderen Anlässen. Damit bekommt er Erinnerungswert und symbolisiert Wachstum, Sicherheit und Bodenständigkeit. Ein Hausbaum hat eine grosse Symbolkraft und verleiht jedem Garten einen eigenen Charakter.
Ob kugelig, breit, schlank oder hoch, ob mit speziellen Blüten, auffälliger Rinde oder hängenden Zweigen, Bäume sind unübersehbar. Sie können die Gestaltungsrichtung des Gartens widerspiegeln oder ihr Ausgangspunkt sein. Als frei stehende Pflanzen mit teils markanter Form, duftenden Blüten oder prallen Früchten können sie aber auch einfach nur schön aussehen und Freude bereiten. Gartenbäume sind zudem sehr praktisch. Sie spenden Schatten, eignen sich je nach Grösse als Halterung für Kinderschaukeln, bieten Platz für Nistkästen und können in Notzeiten sogar als Holzreserve dienen.
 
Ein Taschentuchbaum in voller Blüte. Die «taschentuchähnlichen» weissen Hochblätter sind das auffällige Merkmal dieses zierenden Gehölzes. (Foto: by Oldiefan from Pixabay)
 
BAUM MIT PASSENDEN EIGENSCHAFTEN WÄHLEN
 
Der Kauf eines Hausbaums will gut überlegt sein, denn Bäume wollen höher hinaus als alle anderen Gartenpflanzen. Auch in der Breite benötigen sie deutlich mehr Platz. Ein Hausbaum sollte zudem zu Haus, Grundstück, Gartengestaltung und Bewohnenden passen. Es ist von Vorteil, sich vor dem Kauf genau zu überlegen, welche Eigenschaft en gewünscht sind. Eine entscheidende Rolle spielen das Wuchsverhalten und die spätere Grösse. Denn viele Baumarten, die bei der Pflanzung noch recht handlich wirken, können sich mit der Zeit zu stattlichen Exemplaren entwickeln – sowohl in der Höhe als auch in der Breite. Die Endhöhe des Baums sollte zwei Drittel der Grundstücksbreite nicht überschreiten – oder jedenfalls nicht wesentlich grösser sein. Zu beachten ist auch der Abstand zur Grundstücksgrenze und allfällige weitere Vorschrift en. Wichtig ist auch, sich über die Standortvorlieben der jeweiligen Art zu informieren. Welchen Boden bevorzugt der Baum? Welche Lichtverhältnisse sind optimal? Der Standort ist entscheidend, denn auch wenn man den Boden an einem ungeeigneten Standort verbessert, wächst der Baum schnell aus diesem Bereich hinaus und muss sich wieder mit ungeeignetem Gartenboden arrangieren. Man sollte bei der Auswahl also lieber gleich auf passende Bäume achten.
 
Ein schattiger Sitzplatz unter einer blühenden Rosskastanie lädt zum Träumen und Verweilen ein. (Foto: Robert Katziki on Unsplash)
 
AN GRÖSSE UND BREITE DES BAUMS DENKEN
 
Wichtig ist zudem, nicht von vornherein einen regelmässigen Rückschnitt einzuplanen, um den Hausbaum klein zu halten, das funktioniert nicht. Ein Rückschnitt zur Grössenregulierung ist nur eine Notlösung und muss zudem regelmässig wiederholt werden. Ausserdem geht dabei meist der natürliche Wuchs verloren und damit auch die Schönheit des Baums. Beliebte Kugelbäume wie Kugelahorn (Acer platanoides «Globosum»), Kugelrobinie (Robinia pseudoacacia «Umbraculifera») oder der Kugeltrompetenbaum (Catalpa bignonioides «Nana») gehen beispielsweise im Alter richtig in die Breite. Diese Bäume können im Alter durchaus Kronen von mehr als fünf Metern Breite ausbilden. Aber nicht nur Bäume, auch Grosssträucher wie die mehrstämmige Felsenbirne brauchen mit der Zeit immer mehr Platz. Nach zehn Jahren erreicht sie knapp die dreifache Höhe und Breite. Eine ähnliche Höhe hat nach zehn Jahren auch ein Zierapfel, der bei der Pflanzung knapp zwei Meter gross war. Kugelahorn, Felsenbirne und Zierapfel haben nach 30 Jahren meist ihre Endgrösse erreicht. Eiben hingegen, die wesentlich älter werden, nehmen sowohl in der Höhe als auch in der Breite kontinuierlich an Grösse zu. Für sehr kleine Gärten eignen sich deshalb vor allem kleine oder schmalkronige Sorten, die sich besonders gut mit Stauden unterpflanzen lassen.
 
Die Mahagoni-Kirsche (Prunus serrula) trägt ihren Namen wegen ihrer mahagonifarbenen Rinde, die ansprechend glänzt. Sie wächst zunächst straff aufrecht, später breit-rundlich und erreicht dann eine Höhe von bis zu 9 Metern. (Foto: Wikimedia)

ROLLE UND WIRKUNG DES GARTENBAUMS

Bei der Auswahl des richtigen Gartenbaums ist auch zu überlegen, welche Rolle er später im Garten einnehmen soll. Dient er als Sichtschutz, Schattenspender oder soll er als prachtvoller Solitär alle Blicke auf sich ziehen? Passt seine Wuchsform zum Gestaltungsstil? 
 
Bäume mit malerisch hängenden Kronen wie die Trauerbirke (Betula pendula «Youngii»), die Schwarzrote Hängebuche (Fagus sylvatica «Purpurea Pendula») und die Weidenblättrige Birne (Pyrus salicifolia «Pendula») sowie die Korkenzieher-Weide «Tortuosa» (Salix matsudana «Tortuosa») mit ihren in alle Richtungen verdrehten Trieben fügen sich beispielsweise harmonisch in ein romantisches Ambiente ein. Wegen ihrer malerisch anmutenden Gestalt eignen sie sich besonders für eine Einzelstellung im Garten. So kommen die Bäume richtig zur Geltung. Auch Gehölze mit auffälliger Borke wie Zimt-Ahorn (Acer griseum), Schlangen-Ahorn (Acer davidii) oder Kupferbirke (Betula albosinensis) eignen sich wunderbar als Solitär.
Geometrische Kronenformen wie Kugeln oder Säulen greifen den Stil moderner Gebäude und Gartengestaltung auf. Sie benötigen nur wenig Platz und bleiben meist auch ohne Schnitt in Form. Mit zunehmendem Alter verändern jedoch fast alle Säulenbäume ihren Habitus mehr oder weniger stark. Anfänglich wachsen sie schlank-säulenförmig, später kegel- oder eiförmig und manche bilden sogar fast runde Kronen aus.
 
Für naturnahe Gärten eignen sich ausladende, unregelmässig wachsende Bäume oder Grosssträucher wie Felsenbirne (Amelanchier lamarckii), Kornelkirsche (Cornus mas) und Blumenhartriegel (Cornus kousa). Für kleine und mittelgrosse Gärten kommen kleinkronige Obstbäume, vor allem Apfelbäume wie Malus «Evereste», Malus floribunda und Malus x adstringens «Royalty» und Pflaumen sowie Säulenbäume in Frage.
 
RUND UMS JAHR SCHMÜCKENDUND NÜTZLICH
 
Auffällige Rinde, Blütenschmuck, Fruchtbehangund Herbstfärbung sorgen dafür, dass Gartenbäume das ganze Jahr überein attraktiver Blickfang im Garten sind.Aber nicht nur Menschen erfreuen sichan solchen Vier-Jahreszeiten-Gehölzen,auch Vögel und Insekten finden darin Nahrung und Schutz. Immergrüne Bäume wie Eiben (Taxus sp.) und Stechpalmen (Ilex sp.), die das ganze Jahr hindurch einenruhigen, dunklen Hintergrund bilden, kommen beispielsweise im Hintergrund von Beeten gut zur Geltung. Sitzplätze lassen sich unter anderem mit Zierkirsche, Zierapfel und Flieder elegant verschönern. Ihre Blüten und ihr Duftladen zum geniessenden Verweilen ein. Grossblättrige Blauglockenbäume(Paulownia tomentosa) oder Maulbeerbäume(Morus alba «Macrophylla»)wirken wesentlich dominanter als ein filigraner Fächerahorn (Acer palmatum). Ein besonderes Erscheinungsbild hat die Südbuche (Nothofagus antarctica), die sich für alle eignet, die extravagante Bäume wollen – und grosse Gärten haben.
 
LICHT UND SCHATTEN KÖNNEN VARIIEREN
 
Sobald die Sonne stark scheint, laden schattige Orte im Garten dazu ein, Platz zu nehmen und den Garten zu geniessen. Bäume haben aber nicht nur eine Schattenwirkung auf die Menschen, sondern auch auf die sie umgebenden Pflanzen.  Es ist deshalb darauf zu achten, welche Schattenwirkung gewünscht ist. Eher lichten Schatten schenken zum Beispiel Birken oder Weiden. Der Blauglockenbaum(Paulownia tomentosa) ist mit seinen grossen Blättern ein optimaler Schattenspender. Er gedeiht allerdings nur in voller Sonne. Relativ dicht bleibt das Blätterdach von grossblättrigenArten wie dem Trompetenbaum (Catalpa bignonioides).
 
Für Standorte in Terrassennähe oder in der Nähe anderer Sitzplätze sind auch Hochstämmchen geeignet, da solche Hausbäume freie Sicht in den Garten ermöglichen. In Fensternähe sollten wenn möglich sommergrüne Arten, dieim Sommer Schatten spenden und im Winter den Lichteinfall nicht behindern,gepflanzt werden. Bäume haben viele Vorteile. Es lohnt sich, sie in den Garten zu holen.
 
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