Schneckenhaus in Erde eingegraben

Im Herbst, wenn die Temperaturen gegen 8 Grad fallen, beginnt für die Weinbergschnecke die Vorbereitung auf die Winterruhe. Nach den vielen Hitzetagen musste sie sich mit Brennnesseln, Wiesenklee bis zu Fallobst genügend Reserven anfressen. Hat sie das aufgrund der heissen Tage vor dem Herbsteinbruch nicht geschafft, besteht die Gefahr, dass sie den Winter nicht überlebt. Denn sie braucht genügend Reserven für ihre Winterruhe.

Mit ihrem Fuss (so bezeichnet man den weichen Körper, mit dem sie sich fortbewegt) gräbt sie sich ein Erdloch aus und zieht zur Isolierung noch Pflanzenteile nach. Zusätzlich wird ihre Höhle von innen mit Erde verschlossen, so ist sie nicht nur von Fressfeinden geschützt, sondern hat auch eine gute Isolation. Nun beginnt sie mit ihren Drüsen ein kalkhaltiges Sekret auszuscheiden, mit welchem sie ihr Schneckenhaus mit einem «Kalkdeckel» verschliesst, denn das Sekret wird an der Luft zu einem harten Deckel. Dieser ist nicht luft dicht, sonst würde die sie ersticken. Während ihrer Kältestarre sind die meisten Lebensfunktionen wie Atmung, Herzfunk tion auf ein Minimum herab gesetzt, um Energie zu sparen. In dieser Winterstarre verliert sie fast 15% ihres Gewichts, und wenn sie im Frühling erwacht, braucht sie einige Wochen, um diesen Verlust wieder auszugleichen.

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NATURZYT Ausgabe Dezember 2023, Text Michael Knaus, Fotos AdobeStock

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