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Naturzyt 2019 3

Natur erleben: Themen zu Naturpärken und Naturregionen

Hochmoor in der Biosphaere Entlebuch

Unterwegs in der Naturregion Luzern

Denkt man an Luzern, erinnert man sich sofort wieder an die Schulzeit. Wer war noch nicht im Verkehrshaus Luzern, auf der Kappelerbrücke, mit dem Schiff auf dem Vierwaldstättersee? Luzern als Stadt hat einiges zu bieten, erstklassige Events, eine wunderschöne Altstadt und viele Sehenswürdigkeiten, Museen und Theater .

Genau so faszinierend wie die charmante Stadt Luzern ist deren Umgebung, mit ihrer einzigartigen See- und Berglandschaft. Sie bietet unzählige Möglichkeiten für unvergessliche Ausflüge. Der Pilatus mit der weltweit steilsten Zahnradbahn, die Rigi ein wunderschönes Naturparadies, der Titlis mit seiner wundersamen Gletscherwelt oder das Wanderparadies für die ganze Familie, Melchsee-Frutt.

NATURZYT war unterwegs und berichtet von kleinen, feinen Naturerlebnissen und aufgespürten Sagen & Mythen in der Ferienregion Luzern. Es gäbe noch viel mehr zu berichten über die Stadt und Region Luzern – also wieso in die Ferne schweifen, wenn das Nahe so viel zu bieten hat. Lassen Sie sich inspirieren von einem naturverbundenen Aufenthalt.

Auch ein schönes Naturerlebnis - der Vierwaltstättersee

Naturerlebnisse Luzern

Natur und Poesie mitten in der Stadt 

Stolze 20 Millionen Jahre alt ist die Geschichte des Gletschergartens. In der damaligen Heisszeit nämlich und während der letzten Eiszeit wurde das geschaffen, was  als nationales Naturdenkmal gilt: Der Gletschergarten inmitten der Stadt Luzern und in unmittelbarer Nachbarschaft des berühmten Löwendenkmals. 

Eine Entdeckungsreise im lauschigen Park, im Museum mehr über die jüngste Erdgeschichte der Schweiz und die Geschichte Luzerns erfahren und sich verwirren lassen im "schönsten Spiegellabyrinth der Erde." Mehr Informationen zum Gletschergarten unter www.gletschergarten.ch.

In unmittelbarer Nachbarschaft des Gletschergartens - das bermühmte Löwendenkmal.

 

Naturschauplätze in der Stadt Luzern entdecken 

Mit der Reihe „Naturschauplätze“ entdeckt man die Stadt Luzern auf besondere Art und Weise neu! Die attraktiv gestalteten Faltbögen versprechen spannende Streifzüge durch die vielfältige Stadtnatur. Jagende Alpensegler am Wasserturm, geheimnisvolle Unkenrufe auf der Allmend oder zu Tausenden rastende Kolbenenten in der Luzerner Bucht sind nur einige der vielen Highlights der Luzerner Tier- und Pflanzenwelt. 

Brunftschrei von „Nöggi“ im Hirschpark-Luzern

Roaaarrrrrr! Hört man die Rothirsche während der Hirschbrunft  im Hirschpark Luzern klingen – und kann diese natürlich auch sehen. Zurzeit leben 14 Rothirsche mit dem Platzhirschen "Nöggi" im Park und auf Mai/Juni 2013 werden bis zu acht junge Hirsche erwartet. Der Hirschpark Luzern ist kostenlos, immer geöffnet und bestens für einen Spaziergang geeignet. Mehr  Informationen zum Hirspark Luzern unter www.hirschpark-luzern.ch.

Auf dem Blumenpfad am Pilatus  

Entlang des Blumenpfads geben Blumenschilder Auskunft über die Flora, so auch über Blütenfarbe und Blütezeit. Der Blumenpfad folgt dem Wanderweg von Pilatus Kulm zum Tomlishorn, und zwar meist auf der Südseite des Hauptgrats. Er ist durchgehend auf der Aussenseite gesichert und mit Ausnahme des letzten Abschnitts am Tomlishorn asphaltiert. Mehr Informationen zum Blumenpfad unter www.propilatus.ch.

Tipp: Wer die ganze Pilatus-Flora kennen lernen will, muss ab Ende Mai, wenn der Weg offen ist, etwa alle 3 Wochen einmal von Pilatus Kulm zum Tomlishorn wandern.

Entlang des Blumenpfades auf dem Pilatus.

Steinbockkolonie am Pilatus erleben

Seit über 40 Jahren lebt am Pilatus Steinwild. Auf Initiative der PILATUSBAHNEN, wurden von 1961 bis 1969 insgesamt 19 Stück Steinwild für die Wiederansiedlung ausgesetzt. Das Steinwild der Kolonie Pilatus besiedelt die Kette Steiglihorn – Esel –Tomlishorn – Widderfeld – Stäfeliflue – Risetenstock sowie das vorgelagerte Matthorn. Über die Jahre hat sich die Kolonie am Pilatus sehr gut entwickelt. Am Pilatus leben heute 107 Tiere.

Auf den Spuren des Klimas – der Klimaweg am Fusse des Pilatus ins Eigenthal

Luzern besitzt den längsten Klimaweg der Schweiz. Er beginnt bei der Station «Obergütsch» (Bus Nr. 10 ab Luzern Bahnhof) und führt über den Sonnenberg zum Rännggloch, dann hinauf zum Holderchäppeli und zum Schluss ins Eigenthal. Besonders im Frühling, wenn die Natur erwacht und die ersten Sonnenstrahlen einen begleiten, ist der Weg ein besonderes Erlebnis. Die Wanderzeit für den ganzen Weg beträgt rund 4 bis 5 Stunden (ca. 16 km).

Wunderschöne Alpenpanoramen, fantastische Ausblicke vom Mittelland bis in die Alpen, auf den Vierwaldstättersee und über die Stadt Luzern, eine spektakuläre Schlucht und 26 Stationen zum Thema Klimawandel – das alles bietet der Luzerner Klimaweg. Die Wanderzeit über den Sonnenberg bis ins Ränggloch beträgt etwa 2 Stunden. Von dort kann man den Bus zurück von Kriens-Obernau nach Luzern nehmen. Wer weiter wandern will, gelangt in weiteren 3 Stunden vorbei an Schafherden, frei laufenden Ziegen, blühenden Weiden und einem imposanten Ahornbaum durch eine typische Voralpenlandschaft hinauf zum Holderchäppeli und danach ins Eigenthal.

Der Klimaweg sensibilisiert für den Klimawandel, er stellt zukünftige Herausforderungen und Probleme dar, zeigt aber auch neue Perspektiven und Chancen auf. Er soll weder belehren noch Angst schüren – wer ihn geht, soll daraus Kraft und Vertrauen schöpfen. Mehr Informationen zum Klimaweg und dem Eigenthal unter www.eigenthal.ch

Im Labyrinth auf dem Klimaweg.

An der Rigi Südseite gibt es einen Naturschatz

An der Rigi Südseite, von Weggis bis Brunnen, findet man einen Naturschatz: Eine artenreiche, ursprünglich wilde Flora und Fauna. 900 Blütenpflanzen, 300 Flechten, 100 Moose, weit über 1000 Insekten, dazu Brutvögel, Reptilien, Amphibien, Säuger. Dank der besonderen Geologie, der Naturgeschichte, dem milden Seeklima und vor allem der Arbeit der Bauern.

Wertvolle Wiesen: Vielfältig und voll lokaler Besonderheiten ist das Leben in den magertrockenen Wiesen und Weiden und in den feuchten Riedwiesen der Rigi Südseite. Diese Wiesen und Weiden, die ausgedehnten Wälder und die markanten Felsflühe geben dem Gebiet sein einzigartiges Gesicht und seine typische Ausstrahlung. Diese kostbaren Naturwerte sind heute akut bedroht. Mehr Informationen zum Rigi unter www.rigi.ch, mehr zum Naturschutz unter www.naturigi.ch

NatuRigi – Den Naturschatz an der Rigi sichern

NatuRigi ist ein Projekt. Es startet 2008 und sucht nachhaltige Lösungen, damit die wertvollen Magerwiesen und - weiden an der Rigi Südseite auch in Zukunft genutzt werden. Auf www.naturigi.ch wird ein Rigi-Gnuss-Chischtli, NatuRigi-Wellnessprodukte und Ansichtskarten angeboten. Interessante Geschenkideen und Mithilfe zur Sicherung des Naturschatzes an der Rigi.

Der Natur auf der Spur: geführte botanische und naturkundliche Exkursion am Rigi 

Die Blumen-Wunderwelt der Rigi - beliebte und seltene Bergblumen idyllisch eingebettet in die reizvolle Natur. Ein kundiger Führer der Vereinigung "Pro Rigi" führt durch diese Pracht. Je nach Stand der Blüte führt die rund dreistündige leichte Wanderung über aussichtsreiche Pfade. Solide Schuhe und zweckmässige Kleidung ist Pflicht. Der interessierte Hobby-Botaniker rüstet sich zusätzlich mit Lupe, Papier und Schreibzeug aus.  

Jeden Mittwoch ab 15. Mai bis 24. Juli jeweils 10:00 Uhr bei der Station Rigi Kaltbad, Ecke Dorfladen, samstags 1. Juni, 6. Juli, 3. August jeweils 10 Uhr, Station Rigi Staffel.

Die Teilnahme an den Führungen ist kostenlos. Die Rigi-Bahnen bieten ermässigte Retourbillette an. Am Exkursionstag ab 7 Uhr gibt Telefon 041 399 87 70  Auskunft über die Durchführung. Die Versicherung ist Sache der Teilnehmenden. Mehr Infos unter www.prorigi.ch

Mit geführten botanischen und naturkundlichen Exkursionen die Rigi erleben.

Der Blumenpfad – Rigi

Der Blumenpfad führt von Rigi Kaltbad via Chänzeli nach Staffel und auch über den Felsenweg ab First. Während der Blütezeit sind auf diesen attraktiven, aussichtreichen Pfaden die Blumen mit Schildern beschriftet.  Ein kostenloser Prospekt zum Blumenpfad mit 67 Blumenbildern und Namen kann an den Stationen der Rigibahnen kostenlos bezogen werden.

Im Verlauf der Saison können über 200 Arten gesehen und kennen gelernt werden von A wie Arnika bis W wie Wundklee.

 

Naturausflüge in der Region Luzern

Drachemoor Krienseregg – Hochmoore und naturnahe Waldungen erkunden 

Die Schönheit der Krienseregg mit den naturnahen Waldungen und den national bedeutenden Flach- und Hochmooren erlebt man im Drachenmoor. Rund um das Schutzgebiet werden an  fünf Drachenmoor-Plattformen einzigartige Einblicke in die Natur gezeigt. Man spürt das Reich der Moose, die unbändige Kraft der Pilatusbäche, die Schönheit des Waldes und der Riedwiesen und lässt diese auf sich wirken und wirft einen Blick zurück in die Eiszeit. Mehr Informationen zum Drachenmoor auf www.drachenmoor.ch

Vom Bahnhof Luzern bringt uns der Bus Nr. 1 Richtung Kriens/Obernau in 10 Minuten an die Haltestelle Linde in Kriens. Folgen Sie dem Wegweiser ‚Pilatusbahn’. Ab der Talstation erreichen Sie die Krienseregg in nur 15 Minuten gemütlicher Fahrt mit den Panoramagondeln.

Drachenmoor-Plattform im Drachenmoor Krienseregg.

Auf den Spuren der Bodentypen - Bodenlehrpfad Meggerwald

Im Bodenlehrpfad Meggerwald werden die Bodenprofile der vier Bodentypen saure Braunerde, pseudogleyige Braunerde, Gley, Podsol und viel Interessantes mehr rund um den Boden kennen gelernt. 

Mit Bus Nr. 24 ab Bahnhof Luzern Richtung Meggen Tschädigen, Haltestelle Tschädigen (Endstation). Die Fahrzeit beträgt ca. 20 Minuten. Ab Tschädigen ist der Weg beschildert. Nach etwa 10 Minuten, kurz vor dem Meggerwald, erreicht man die Anfangstafel. Kleine Wegweiser im Wald helfen zusätzlich, die Standorte zu finden.

 

Natur pur – Region Sempachersee

Das Mosaik von Wäldern und Feldern der Kulturlandschaft gibt der Region einen reizvollen ländlichen Anstrich. Die heute sanft anmutende Landschaft wurde vor einer Million Jahren vom Reussgletscher geprägt, dessen Eis sich hier einen Kilometer hoch auftürmte. Umgeben von Gletschermoränen bildete sich der Sempachersee.

Auf ausgedehnten Wanderungen durch Felder, entlang der Gewässer und in lauschigen Wäldern treffen wir immer wieder auf kleine Juwelen der Natur. Zumeist sind es «Moose» (Tümpel, Moore und Riede), deren Standort man teils erfragen muss. Vielerorts kann man sich auf Lehrpfaden weiterbilden. Der Sempachersee als grösster Naturwert ist nicht überall öffentlich zugänglich, doch gibt es auch attraktive Routen auf den Hügeln mit See- und Bergsicht, z.B. den Römerweg von Sempach nach Schenkon oder die Wanderwege über den Nottwiler Berg. Mehr Informationen zur Region Sempachersee auf www.sempachersee-tourismus.ch

Ausgedehnte Wanderungen am Sempachersee geniessen.

Die UNESCO Biosphäre Entlebuch - Der Wilde Westen von Luzern 

Karstgebiet Schrattenflue und Nagelfluemassiv Napf – Hochmoor Salwiden und Flachmoor Bleikiboden – Rümligschlucht und Auenlandschaft Kleine Emme – Bergsturzgebiet Sörenberg und Waldreservat Laubersmad – Naturschutzgebiet Hagleren und Wildschutzgebiet Tannhorn. Die Vielfalt an verschiedensten Lebensräumen ist immens. Und das auf eine relativ kleine Fläche von knapp 400 Quadratkilometern.  Moore in allen Schattierungen und Grössen dominieren weite Teile der Landschaft zwischen Sörenberg und Entlebuch, zwischen Marbach und Flühli. Die Schrattenflue mit den zerfressenen Karstflächen und den 250 Höhlen gab sogar einer Gesteinsart den Namen: dem Schrattenkalk. 

Die UNESCO-Biosphäre Entlebuch - den Wilden Westen von Luzern entdecken.

Im Napfgebebiet beeindrucken die tiefen Schluchten mit dem goldführenden Wasser und den aussichtsreichen Eggen.  Nichts bleibt in den vier Auenlandschaften von nationaler Bedeutung nach einem Hochwasser auf dem gleichen Stein. Wald ist nicht gleich Wald – im Entlebuch werden sieben Reservate die ungestörte Entwicklung von Pflanzen und Tieren in den kommenden 50 Jahren erlauben.

Eine zauberhafte Naturlandschaft, verschiedene Themenwege zur Natur. Über den Naturpark Entlebuch berichten wir in einer späteren Ausgabe von NATURZYT detailliert. Wer nicht mehr warten kann, findet unter www.biosphaere.ch weitere Informationen.

 

Sagen & Mythen um den Pilatus

Aussicht vom Pilatus auf den Vierwaldstättersee.

Verschiedene Sagen und Geschichten ranken sich um das Pilatusgebiet. Zu den wohl bekanntesten gehören: Die Sage vom Präfekten Pontius Pilatus uns seiner Bestattung im Pilatussee und der Drachensage. 

Pilatussage

Seit je glaubten die Einheimischen am Pilatus, der kleine See in der Oberalp-Senke sei Schuld an den schrecklichen Unwettern in der Gegend. Sobald man die Wasser dieses Seeleins in Wallung bringe, entstünden verheerende Gewitter. Man fürchtete sich vor der ruhelosen Seele des Pontius Pilatus. Denn im Oberalp-Seelein auf dem Pilatus soll der römische Statthalter seine letzte Ruhestätte gefunden haben. Mitte des 16. Jahrhunderts begann sich die Furcht zu legen, und 1585 stieg der Pfarrer von Luzern mit einer mutigen Schar von Bürgern auf den Pilatus, um den Geist herauszufordern. Sie warfen Steine in den Pilatussee, wühlten das Wasser auf, wateten hindurch – doch der Geist reagierte nicht: Der Bann war offenbar gebrochen.

Drachensage

Im Mittelalter glaubten die Menschen, heilbringende Drachen hausten in den kahlen Klüften des Pilatus. Auf dem Pilatus ist bereits einmal ein Drachenstein gefunden worden. Und das kam so: Im Sommer 1421 flog ein gewaltiger Drache zum Pilatus und stürzte so nah bei Bauer Stempflin in die Tiefe, dass dieser in Ohnmacht fiel. Als er wieder zu sich kam, fand er einen Klumpen geronnenes Blut und den Drachenstein, dessen Heilwirkung 1509 amtlich bestätigt wurde.

Vom Drachen gerettet

Im Herbst fiel ein junger Bursche am Pilatus in eine tiefe Höhle und blieb zwischen zwei Drachen liegen. Doch sie taten ihm nichts. Als es Frühling wurde, verliess einer der beiden Drachen sein Winterquartier und flog fort. Der andere gab dem Burschen zu verstehen, es sei nun an der Zeit auszuziehen. Der Drache kroch zum Ausgang, hielt dem Burschen den Schwanz hin und zog ihn so aus der Höhle.

Die Rache des Pilatusdrachens

In der Chronik von Petermann Etterlin steht zu lesen, wie der Landamann Winkelried einen der Pilatusdrachen tötete: Er umwickelte einen Speer mit Dornengestrüpp und stiess ihn in den offenen Rachen des Drachens, dann vollendete er sein Werk mit dem Schwert. Dabei spritzte ein Tropfen des giftigen Drachenblutes auf seine Hand. Dieser Tropfen – und der vergiftete Atem des sterbenden Drachen – liess das Blut in Winkelrieds Adern gefrieren und brachte auch ihm den Tod. 

Der Drache aus dem Fluss

In den frühen Morgenstunden des 26. Mai 1499 war in Luzern ein wundersames Spektakel zu sehen: Nach einem fürchterlichen Unwetter tauchte ein riesiger flügelloser Drache aus den wilden Wassern der Reuss bei der Spreuerbrücke auf. Wahrscheinlich war der Lindwurm vom Gewitter überrascht und vom Pilatus her in den Krienbach gespült worden, der unterhalb der Jesuitenkirche in die Reuss mündet. Mehrere ehrsame und gebildete Bürger verbürgten sich für die Wahrheit dieser Geschichte.

Der Drachenweg auf dem Pilatus

Hans Erni – einer der populärsten und bekanntesten Schweizer Künstler unserer Zeit – hat eine Auswahl der geheimnisvollen Mythen und Legenden rund um den Pilatus bildlich aufgegriffen und im Drachenweg in der Felsengalerie auf Pilatus Kulm verewigt.  

Der 1909 geborene und aufgewachsene Künstler ist seit seiner Jugendzeit vom Drachen-Mythos fasziniert und hat die Sagen, die zwischen Dichtung und Wahrheit schwanken, eindrücklich umgesetzt. 

Drachenweg von Hans Erni auf dem Pilatus.
Geheimnissvolle Mythen und Legenden rund um den Pilatus kennen lernen.

 

Genuss: Luzern geniesst 

Die Luzernerinnen und Luzerner müssten zu den grössten Schleckmäulern gehören: Als typische Luzerner Spezialitäten gelten vorab die "Chügelipastete", Lebkuchen und "Birnenweggen". 

Doch in Wirklichkeit war die Luzerner Küche eine bäuerlich-einfache: Der "Chüngelibraten" war der Braten des armen Mannes. Es gab "Schnitz und drunder" (Eintopf mit Äpfeln, Birnen und Kartoffeln) oder "Lozärner Chässoppe", ein Brot-Käse-Mus, das nur entfernt an Fondue erinnert. Natürlich gab es "Schwynigs" auf jede Art. 

Das Huhn endete damals eher als altes Suppenhuhn denn als junges "Mistkratzerli" auf dem Teller. Fischgerichte waren kaum verbreitet, und die besten Fische, nämlich die Grossfelchen (Balchen, Ballen) waren lange noch den "Ballenherren" der Oberschicht vorbehalten, schöne Hechte sowieso.

Der bekannteste Luzerner Küchenklassiker, die "Chügelipastete", ist ein Überbleibsel aus der einstigen aristokratischen Küche des Luzerner Ancien Regime: Eine üppige Pastete mit Kalbfleisch, Kalbsmilken, "Schweinsbäggli", Rosinen und Champignons, die sich das Volk früher schlicht nicht leisten konnte.  

 

Rezept Luzerner Chügelipastete

Vor- und zubereiten: ca. 1 Std. / Kühl stellen: ca. 30 Min. / Backen: ca. 30 Min. für 6 Personen

Zutaten für Blitz-Kuchenteig

– 375 g Mehl
– ¾ Teelöffel Salz
– 150 g Butter, flüssig
– 1½ dl Wasser
– 1 Eigelb, zum Bestreichen

Zubereitung Kuchenteig

1. Mehl und Salz in einer Schüssel mischen.

2. Butter und Wasser verrühren, auf einmal zum Mehl giessen, mit einer Kelle rasch zu einem glatten, festen Teig zusammenfügen, nicht kneten. Teig flach drücken, ca. 30 Min. zugedeckt kühl stellen.

Formen
1 Papierhalbkugel formen (siehe kleines Bild 1). 2 Für den Teigboden 1⁄3 des Teiges ca. 3mm dick rund auswallen (ca. 20 cm Ø), auf die eine Hälfte eines mit Backpapier belegten Bleches legen. 3 Die Papierhalbkugel auf den Teigboden legen, den Rand des Teiges mit wenig Wasser bestreichen. 4 Restlichen Teig ca. 3mm dick rund auswallen, in der Mitte einen ca. 8 cm grossen Deckel ausstechen, aufs Blech legen. Teig über die Papierhalbkugel legen (siehe kleines Bild 2). Falten sorgfältig glätten. 5 Ränder gut andrücken. Überstehenden Teig abschneiden, Pastete damit verzieren, mit Eigelb bestreichen.

Teig formen: eine Schüssel von 16 bis 18cm Durchmesser mit Seidenpapier auskleiden, sodass ca. 8cm Papier vorstehen. Mit Haushaltpapierstücken füllen. Papierränder darüberlegen und gut eindrücken (1). Papierhalbkugel auf die Arbeitsfläche stürzen, Teig darüberlegen (2).


Backen
Ca. 30 Min. in der unteren Hälfte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens. Pastete und Deckel herausnehmen, auf ein Gitter stellen. Beim Loch mit einer Schere das Papier aufschneiden, vorsichtig herausziehen. Hitze auf 60 Grad reduzieren, 2 Platten und Teller vorwärmen. Pastete und Deckel auf einer Platte warm stellen.

Zutaten Füllung Luzerner Chügelipastete

200 g Kalbsmilke, ca. 1 Std. in kaltem Wasser eingelegt (siehe Hinweis)
– 1 Liter Gemüsebouillon, leicht siedend
– 400 g Kalbsbrät
– 1 Esslöffel Butter
– 1 Zwiebel, fein gehackt
– 200 g weisse Champignons, in ca. 5mm dicken Scheiben
– 3 Esslöffel Petersilie, fein gehackt
– 3 Esslöffel Butter
– 3 Esslöffel Mehl
– 4 dl beiseite gestellte Bouillon
– 1 dl Rahm
– Salz, Pfeffer, nach Bedarf

Zubereitung Füllung

1 Milke in der Bouillon ca. 45 Min. ziehen lassen. Herausnehmen, abkühlen, häuten, in ca. 1 cm grosse Würfel schneiden, warm stellen. 2 Brät in einen EinwegDressierbeutel ohne Tülle geben, nussartige Stücke herauspressen, mit dem Messer direkt in die leicht siedende Bouillon abstreifen, ca. 5 Min. ziehen lassen. Mit einer Schaumkelle herausnehmen, abtropfen, warm stellen. 4 dl Bouillon beiseite stellen. 3 Butter warm werden lassen. Zwiebel andämpfen, Champignons und Petersilie beigeben, ca. 5Min. mitdämpfen. Herausnehmen, warm stellen. 4 Butter in derselben Pfanne warm werden lassen, Mehl beigeben, unter Rühren mit dem Schwingbesen bei mittlerer Hitze dünsten; das Mehl darf keine Farbe annehmen. 5 Beiseite gestellte Bouillon dazugiessen, unter Rühren aufkochen, Hitze reduzieren, unter gelegentlichem Rühren bei kleiner Hitze ca. 10 Min. köcheln. 6 Rahm dazu giessen, Sauce würzen. Milke, Brätkügeli und Champignons in die Sauce geben, nur noch heiss werden lassen. Pastete damit füllen, Teigdeckel aufsetzen, sofort servieren.

Hinweis: die Milke in kaltem Wasser einlegen, damit alle Blutresten ausgeschwemmt werden. Wasser evtl. zwischendurch erneuern.

Dazu passt: reis. Pro Person 44g Fett, 29g Eiweis, 50g Kohlenhydrate, 2982kJ (713 kcal). Quelle: rezept von Betty Bossy freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

 

WUSSTEN SIE …

… dass der Pilatus – Lieblingsberg der Luzerner ist. Doch das war nicht immer so. Früher war der Pilatus nicht der erhabene Hausberg, sondern düsterer Sitz tückischer Unwetter und Wasserstürze die, die Stadt bedrohten. Er wurde zum Sitz von Drachen und Gewürm, von Hexen und Zauberern, als Heimat der kleinen guten Bergleute, die Gämsen beschützen und den Menschen wohl gesinnt waren, aber Frevler und Hartherzige bestraften.

… dass jedes Jahr am dritten Samstag im Juni mit einem Grossangebot von freiwilligen Helfern die traditionelle „Pilatus-Putzete“ der Vereinigung Pro Pilatus durchgeführt wird.

… dass die Stadt Luzern im Jahre 2009 den „European Energy Award Gold“ für ihr fortschrittliches Energie-Engagement erhalten hat.

… dass die Stadt Luzern 225 Brunnen hat.

… dass, die Rigi und der Emei Shan (China) sind seit dem Jahr 2009 Partner-Berge sind

… dass, Walt Disney während vieler Jahre jeweils einen Monat in Luzern weilte. Sein Herz galt der Liliput-Eisenbahn der Gebrüder Brast, die im Sumpfgebiet zwischen Lidostrasse und Haldenstrasse eine Modelleisenbahn mit umfangreichen Streckennetz führten.

… dass, Königin Viktoria von England 1868 nach Luzern kam und die Villa Wallis am Grütsch als Privatwohnung wählte.

… dass, Köndig Ludwig II. von Bayern am 22. Mai 1866 in Luzern war.

Fotos Luzern Tourismus, Pilatus Bergbahnen

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