Naturzyt 2018 09

Kalterer See im Südtirol

Frühlingsgefühle im Süden Südtirols

Der Frühling kommt im Süden Südtirols früher und farbenfroher als anderswo – das schätzen vor allem Wanderer und Biker, die sich zwischen Etschtal und Unterland über die längste Saison der Alpen freuen können. Für neuen Schwung nach den kalten Wintermonaten sorgen zudem jede Menge eigens kreierter Angebote zum Entschleunigen und Krafttanken.

 

Gegensätze ziehen sich an – bei Südtirol stimmt diese Weisheit allemal. Denn die nördlichste Provinz Italiens steckt voller angenehmer Kontraste. Und genau die machen sie so attraktiv. Wo sonst liegen alpine Bergwelt und mediterrane Lebensart, urige Hüttenküche und elegante Haute Cuisine so nah beisammen wie hier? Der einmalige kulturelle Schmelztiegel, in dem deutsch- und italienischsprachige Bürger mit- und nebeneinander leben, sorgt für weitere Würze. Und für Bewegung. Auch in körperlicher Sicht. Vor allem im Frühjahr tut sich da traditionell besonders viel.

VON DER APFELBLÜTE BIS ZUR WEINLESE

Schliesslich beginnt im Süden Südtirols die Wander- und Bikesaison bereits Mitte März und dauert bis in den November hinein, für den Alpenraum eine rekordverdächtig lange Zeitspanne. Während man vielerorts noch – oder schon – in die Ski- oder Schneeschuhe steigt, schnüren Einheimische wie Gäste rund um Bozen bereits die Wanderschuhe oder schlüpfen in die Radlerhosen. Das tun Bewegungsfreudige mit Drang zum Hang im frühen Frühjahr besonders gern, weil dann die Obstanlagen und das höher gelegene Mittelgebirge mit seinen Mischwäldern extraschöne Schauspiele bieten. Da treibt es die Natur mitunter ganz schön bunt! Etwa wenn im Etschtal die Apfel- und andere Obstbäume blühen und am Möltner Joch oberhalb von Mölten die beeindruckende Krokusblüte zu sehen ist. In puncto Apfelblüte gehört indessen das Südtiroler Unterland üblicherweise zu den ersten, die dieses Farbspektakel vermelden. Noch früher dran sind die Schneeglöckchen, Frühlingsknotenblumen, Primeln und Leberblümchen, die bereits Ende Februar/Anfang März das zwischen dem Kalterer See und dem grossen Montiggler See gelegene Frühlingstal in ein Blumenmeer verwandeln – ein Fest für winter- und dunkelheitsgeplagte Wander- und Naturfreunde.

Auf der Eppaner Drei-Burgen-Wanderung erlebt man nicht nur viel Natur (Foto Eppan/Marion Lafogler)

PALMEN, ZYPRESSEN UND BURGEN

Steigende Temperaturen und munter spriessende Blüten sind das eine, das andere die fotogene Kulisse, welche die Region zwischen Terlan, Südtiroler Unter - land und Jenesien generell bietet. Wohin man blickt: sanft e Hügel, leuchtende Wiesen, mitunter Palmen und Zypressen und jede Menge Burgen und Ruinen. Die bekannte Drei-Burgen-Wanderung in Eppan etwa führt auf ihrem Weg gleich an drei schmucken Bauten vorbei: die Burgen Boymont und Hocheppan sowie Schloss Korb. Der nagelneue, 15 Kilometer lange «Bozner Burgenweg» verbindet sogar fünf Burgen zwischen Bozen, Jenesien und Terlan: Schloss Runkelstein sowie die Ruinen Rafenstein, Greifenstein, Helfenburg und Neuhaus. Wanderer, die mehr über deren Geschichte wissen wollen, können sich über die Schautafeln am Wegesrand darüber informieren.

WEIN UND KRÄUTERDUFT

Terlan ist aber nicht nur für seine Burgen bekannt, sondern auch für seinen Wein. Ebenso wie das Südtiroler Unterland, das an der Salurner Klause neben der Landesauch die Sprachgrenze zum benachbarten Trentino bildet – was man an den Bauten, den Dialekten und an den kulinarischen Spezialitäten in Kurtatsch, Margreid und Kurtinig deutlich erkennen kann. Eppan, Kaltern und Tramin sind weitere Orte, deren Namen Weinkennern ein Begriff sind. Bei so viel geballter Qualität auf überschaubarem Raum bietet sich eine Tour von Weingut zu Weingut förmlich an. Ideal geht das auf der Südtiroler Weinstrasse, die allein zwischen Nals und Salurn 42 Kilometer misst – sei es per Pedes, Auto, Rad oder Bus, wie bei der «WineSafari». Hier können Vinophile jeden ersten Donnerstag im Monat einen ebenso lehr- wie genussreichen Tag in Kellern und Winkeln sowie zwischen Hügeln und Hängen erleben. Tipp: Unbedingt einen Blick in den Veranstaltungskalender werfen, denn an der Weinstrasse ist immer etwas los, nicht nur zur Weinlese. Und nicht nur am ersten Donnerstag im Monat!

Sehr idyllisch ist der Fennberg im Südtiroler Unterland. (Foto Südtirols Süden/Luca Guadagnini)

Die Veranstaltungskalender der Orte und Gemeinden im Süden Südtirols sehen aber längst nicht nur weinaffine Angebote vor. Einen guten Riecher besitzt zum Beispiel Eppan mit seinem duften Parfüm-Termin. Jeden Montag bekommen da Gäste bei einem geführten Rundgang durch den Erlebnis-Kräutergarten ein Gespür für die Natur, indem sie Pflanzen ertasten und erriechen. Und ernten. Diese «Beute» wird dann wie bei den alten Alchemisten durch Wasserdampfdestillation zu einem Blumenoder Kräuterduft in flüssiger Form weiterverwandelt und in Fläschchen gefüllt! Frühlingsgefühle to go!

Frühlingstal - die ersten Frühlingsboten blühen hier schon sehr früh. (Foto Eppan/Michael Peer)

Unter dem Motto «Südtirol Balance» gibt es im Rahmen einer dreimonatigen, südtirolweiten Initiative in mehr als 40 Orten aber noch viele weitere Angebote, die Körper und Geist (insbesondere nach den oft bewegungsärmeren Wintermonaten wieder) in Schwung bringen: Yoga im Freien, Pilgerwanderungen zu lokalen Kirchen, Kneippkuren und vieles mehr. So wird in Tramin jeden Mittwoch zur Klangschalenmeditation samt Abendspaziergang geladen, in Margreid dienstags zu «wilden Genüssen im Weingarten». Das Thema Kulinarik spielt ebenfalls eine Rolle. So wird etwa zwischen Terlan und Vilpian regelmässig eine Wanderung zum Thema Spargel angeboten und in Jenesien versprechen die «kulinarischen Spezialitätenwochen» im März/April viel Gutes aus der traditionellen Bauernküche, zum Teil in Kombination mit mediterranen Spezialitäten. Insgesamt begleiten in den Frühlingsmonaten von April bis Juni fachkundige Südtiroler Experten beinahe 200 eigens entwickelte Erlebnisse zum Entschleunigen und Kraft tanken. Kraft tanken, das geht natürlich auch bei individuellen Touren. So ermöglicht das reizvoll am Hochplateau des Salten gelegene Jenesien einen wunderbaren Blick auf Bozen und die Dolomiten. Zum Niederknien schön ist auch das Panorama am Gipfelplateau der Grossen Reisch im Sarntal, wenn der Blick gen Westen bis zum König Ortler schweift . Für zusätzliche Mystik sorgen die «Stoanernen Mandln» bei Mölten – rund 100 jahrhundertealte, aus Steinplatten aufgetürmte Figuren, um die sich jede Menge Sagen und Legenden ranken. Ein zauberhaft es Flair umweht auch die Erdpyramiden auf dem Ritten. Diese Erosionsphänomene, die nirgends in Europa so hoch und form schön sind wie hier über Bozen, ragen spitz und neugierig bis zu 30 Meter in die Luft und wirken wie eine surreale Zauberlandschaft , in der Feen und Elfen zu Hause sein könnten. Das gilt auch für die sagenhaft en Eislöcher zwischen den Gemeinden Eppan und Kaltern und die nicht weit davon entfernte Rastenbach - klamm. Mit ihren Wasserfällen und Wasserbecken, den efeubewachsenen Bäumen und umgefallenen Stämmen stellt sie ein beeindruckendes Naturdenkmal dar. Erst recht nach den jüngsten Sanierungsarbeiten, die voraussichtlich Mitte März beendet sein werden.

Text/Fotos in Kooperation mit Südtirols Süden

FRÜHLINGSGEFÜHLE IN DER NATUR
Mehr Informationen über die vielfältigen und längsten Frühlingsgefühle, Flora und Fauna, Hotels und Angebote und vieles mehr unter:
FERIENREGION SÜDTIROLS SÜDEN, Pillhofstrasse 1, I-39057 Frangart, Telefon 0039 0471 633 488 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.suedtirols-sueden.info 

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