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Naturzyt 2019 3

Natur erleben: Themen zu Naturpärken und Naturregionen

Naturklang Toggenburg

Auf den Spuren der Natur in der Naturregion Toggenburg

Farbenprächtige Wiesen, spezielle Klänge und klare Bergseen. Das Toggenburg im Hochtal zwischen Säntis und den Churfirsten, mitten in der Ostschweiz gelegen, verzaubert im Sommer mit einer ursprünglichen Naturlandschaft.

NATURZYT nimmt Sie mit auf den Spuren der Natur, von Sagen und Mythen und Genuss in der Region Toggenburg.

Naturklang im Toggenburg

Auf dem Pfad durch die Natur von der Alp Sellamatt in Alt St. Johann bis ins Oberdorf nach Wildhaus hört man verschiedene Klänge und Töne. Wir befinden uns auf dem Klangweg im Toggenburg. Da wird auf Felsenlöcher getrommelt, Klangschalen werden zum Vibrieren gebracht. Auf 25 Klanginstallationen wird experimentiert, und gespannt wird den Tönen, Klängen, Harmonien und Melodien gelauscht. Auf dem Horchplatz der Station «der lauschige Ort» wird zum Beispiel die Landschaft in einen riesigen Konzertsaal verzaubert, in dem Tiere, Menschen, Pflanzen, Maschinen und das Wetter ein geheimnisvolles Orchester bilden. Die reine Wanderzeit der beiden Klangweg- Etappen beträgt etwa 2,5 Stunden, mit Klangerlebnis und einer Pause sollten 5 Stunden eingerechnet werden. Die Etappe zwischen Sellamatt und Iltios ist auch mit dem Kinderwagen und Rollstühlen befahrbar.

Die Churfirsten – hoch hinaus

Wer hoch hinaus will, besteigt einen der sieben Churfirsten – das Wahrzeichen des Toggenburg. Diese heissen von Westen nach Osten: Selun (2205 m), Frümsel (2263 m), Brisi (2279 m), Zuestoll (2235 m), Schibenstoll (2234 m), Hinterrugg (2306 m) und Chäserrugg (2262 m). Von jedem Gipfel hat man eine einzigartige Aussicht. Auf jeden der sieben führt ein Wanderweg. Am angenehmsten ist natürlich der Chäserrugg – denn dieser ist auch mit der Luftseilbahn erreichbar.

Naturerlebnispark Schwägalp / Säntis

Im Naturerlebnispark Schwägalp/Säntis führen vier Themenwege durch eine einzigartige Naturlandschaft. So schreitet man durch die Geschichte geheimnisvoller Moore. Holt tief Luft in zauberhaften Wäldern und beobachtet seltene Tiere und Pflanzen vor einer der schönsten Naturkulissen Europas. Auf reich bebilderten Tafeln wird die Erdgeschichte, die über 1000-jährige Tradition der Schwägalp als Weideland, der Naturschutz und vieles mehr erklärt.

Der Themenweg «Moor» führt durch die einzigartige Moorlandschaft. Der Weg «Alpwirtschaft» zeigt das Leben der Sennen. Der Pfad «Wald» informiert über den Wald als Erholungsgebiet und Bauernwald. Der Themenpfad «Mensch & Umwelt» erläutert, wie der Mensch die Landschaft prägt und bewahrt.

Das Ofenloch in Hemberg-Bächli

Wer ein richtiges Naturabenteuer erleben will, dem sei im Neckertal die Entdeckungsreise zum Ofenloch, dem «Grand Canyon der Ostschweiz», empfohlen. Im Ofenloch, einer urtümlich anmutenden Gegend, entspringt der junge Necker. Ein abenteuerlicher Pfad führt durch eine wildromantische Landschaft zurück zum Ursprung und wird noch lange in Erinnerung bleiben. Der Weg ist für kleinere Kinder und bei schlechter Witterung nicht zu empfehlen. Nach heftigen Regenfällen besteht die Gefahr von Steinschlag. Gutes Schuhwerk wird empfohlen, da es sich nicht um einen offiziellen Wanderweg handelt.

Ein richtiges Naturabenteuer - das Ofenloch in Hemberg Bächli

Barfuss übers Hochmoor

Ein Naturerlebnis der besonderer Art ist auf dem Hochplateau Rietbach ob Krummenau zu erleben. Hier befindet sich ein kleines, aber sehr schönes Hochmoor von nationaler Bedeutung. Auf dem Rundgang entlang des Moorlehrpfades werden seltene Pflanzen, eine Vielfalt von Grüntönen und eine herrliche Landschaft entdeckt. Barfuss auf dem weichen Torfmoosboden zu gehen, ist Balsam für Körper und Seele. Auf Wunsch werden auch Führungen angeboten. Kundige Führer erzählen, wie ein Hochmoor entsteht, warum das ein besonderer Lebensraum für Pflanzen und Tiere ist, und zeigen u.a. den fleischfressenden Sonnentau.

Naturerlebnis Schwenidseen

Oberhalb Unterwasser im oberen Toggenburg befinden sich die Schwendiseen. Sie liegen in einem Flachmoorgebiet von nationaler Bedeutung und zeichnen sich durch ihre landschaftliche Schönheit aus. Auf einem gemütlichen Spaziergang entlang des Naturerlebnispfades erfahrt man mehr über die Landschaftsgeschichte, Tierwelt und Pflanzenwelt. Als der Schwendigletscher vor rund 14 000 Jahren abzutauen begann, hinterliess er eine Mulde, in der die Seen aufgestaut wurden. Hauptsächlich durch die Verlandung der Seeufer entstanden in den folgenden Jahrtausenden die Moore, die zwischen Mai und September blühen.

Der Vorder Schwendisee mit Blick auf den Säntis.

Panoramarudnweg Rosenboden

Ein Highlight unter den Wanderwegen im Toggenburg ist der Panoramarundweg auf dem Rosenboden – ein Hochplateau, welches man ab der Bergstation Chäserrugg mit der Standseilbahn von Unterwasser nach Iltios und weiter mit der Luftseilbahn auf den Chäserrugg erreicht. Auf dem Chäserrugg mit 2262 m ü.M. geniessen Sie ein wunderschönes Alpenpanorama mit Sicht auf sechs Länder und bei guter Fernsicht einen Blick bis weit in den Schwarzwald hinein. Der gut begehbare und rund drei Kilometer lange Panoramarundweg mit nur 60 Meter Höhendifferenz eröffnet eine einzigartige 360-Grad-Rundumsicht. Der Rundweg beginnt direkt bei der Bergstation Chäserrugg und dauert je nach Routenwahl zwischen 45 Minuten und 1,5 Stunden.

Der Panoramarundweg auf dem Rosenboden.

Erlebnispfas Steinwäldi

Das Steinwäldli in Mogelsberg kann auf einem abwechslungsreich angelegten Erlebnispfad erkundet werden. Mittels wunderschön gestalteter Thementafeln werden auf dem Rundweg Lebensräume im Waldesinnern, an Lichtungen und am Waldrand dargestellt. In den entsprechenden Landschaftsteilen werden deren pflanzliche und tierische Bewohner vorgestellt. So kann Jung und Alt eine vielfältige Natur aus nächster Nähe kennenlernen. Insbesondere wird auch auf die wirtschaftliche Bedeutung des Waldes als Holzlieferant aufmerksam gemacht.

 

Sagen und Mythen im Toggenburg

Will man den Toggenburger Sagen glauben, so hat das friedliche Tal finstere Zeiten hinter sich. Durchtriebene Bösewichte und hinterhältige Meuchelmörder, Berggeister und echte Gespenster trieben zwischen Säntis und Churfirsten jahrhundertelang ihr schreckliches Unwesen. Und ein Riese, der das Toggenburg schuf.

Vor langer Zeit lebte ein einsamer Riese im Säntisgebirge. Er war gesellig und ein freundliches Wesen – doch er langweilte sich. Immer wieder sah er vom weitem ein geselliges Treiben von Menschen im Städtchen am Bodensee, doch keiner kam hier her. Er hatte die Idee, dass er im grünen Tal eine Stadt hinstellen könnte. Doch wie sollte er dies mit seinen Riesenhänden machen? Da kamen ihm die Freunde, die Zwerge im Montafon, in den Sinn – nachdem er mit wenigen Schritten dort angelangt war, bauten im die fleissigen Heinzelmännchen viele entzückende Häuser, Ställe und Speicher und alles, was dazugehörte.

Schaurig schön der Sagenweg.

Zufrieden und voller Freude verstaute der Riese alles in einem riesigen Sack und machte sich auf den Rückweg. Auf der Höhe des heutigen Wildhaus streifte der Sack eine Felskante und riss auf. Wie Schneeflocken im Wind wirbelten die Häuser durchs Tal und verstreuten sich in alle Richtungen. Der Riese war erst erschrocken, sah dann aber, wie alles so schön aussah – was sollte er noch mit einer Stadt? Glücklich lehnte er sich an den Säntis und wurde nicht müde, das emsige Treiben in seinem wunderschönen Tal zu beobachten. Und wer weiss, vielleicht sitzt er heute noch dort, vom Wetter gegerbt, von Moos und Wald überwachsen und geniesst still sein Glück, als Riesenberg, der über dem Toggenburg wacht. Auf dem Sagenweg ob der Alp Sellamatt in Alt St. Johann werden nicht weniger als zwölf Sagen bei einer idyllischen Erwanderung über das Hochplateau erzählt. Die schaurigen Gestalten auf den grossen, bemalten Holztafeln erzählen davon. Die gut markierte Rundwanderung am Fusse der Churfirsten dauert je nach Routenwahl 1,5 bis 3 Stunden.

 

Genuss im Toggenburg 

Lokal, regional, saisonal – egal. Was man uns heute überall als modern verkaufen will, ist im Toggenburg ein alter Zopf. Die vielen Bauern im Tal kannten lange überhaupt nichts anderes. Im kleinen Paradies zog man schon immer eigenes Gemüse und Obst, hatte frische Eier und Fleisch- und Milchprodukte. So war es früher, und wenn man lange genug wartet, wird bekanntlich alles wieder modern.

Bloderchäs – echt Toggenburg

Der Bloderchäs zum Beispiel. Uralt ist er und wieder topmodern. Bloderchäs passt perfekt zum heutigen Ernährungstrend; er ist nicht nur fett- und kalorienarm, sondern auch proteinhaltig, gut verträglich und leicht verdaulich. Bloderchäs wird aus geronnener Milch hergestellt, was der wohl ursprünglichsten und ältesten Art der Milchkonservierung im Alpenraum entspricht. Die Milch wird entrahmt und zusammen mit Buttermilch und einer Milchsäurebakterienkultur in ein grosses Käskessi geschüttet. Dann wird das Ganze auf 25 Grad erwärmt und nach etwa sieben Stunden wird die Milch dick und bekommt einen säuerlichen Geschmack. Nun wird diese noch etwas mehr erwärmt und etwas frische Vollmilch zugegeben. Mit einer Käseharfe wird nun umgerührt. Es entstehen kleine Käsekörner, die sich von der Molke trennen. Mit einer viereckigen Bloderkiste wird die Masse abgeschöpft. Die Molke läuft durch Löcher ab, zurück bleibt nach ca. 20 Stunden der Bloderchäs. Nach diesem Verfahren werden aus 100 Litern Milch etwa 15 Kilogramm Käse. Vor allem kombiniert mit anderen Nahrungsmitteln mundet der Bloderchäs ausgezeichnet: so etwa zu gesottenen Kartoffeln, Ribel oder Brot, gemischt mit Teigwaren oder zum Überbacken von Gratins und Spätzli. Aber auch als Salatgarnitur oder auf Apéround Dessertplatten mit Früchten ist der Bloderchäs eine interessante Abwechslung. Hergestellt wird der spezielle Käse übrigens auch heute noch zum Teil auf den Toggenburger Alpen.

Wussten Sie,

... dass an der Ostflanke des Selun, eines der Churfirsten, sich das Wildenmannlisloch befindet, in dem prähistorische Funde gemacht wurden?

... dass seit 1934 die beliebten Kägifret-Waffeln im Toggenburg produziert werden?

... dass der vierfache Olympiasieger im Skispringen Simon Ammann im Toggenburg aufgewachsen ist?

... dass der berühmte Reformator Huldrych Zwingli im Jahr 1484 im Toggenburg geboren wurden? Sein Geburtshaus in Wildhaus ist heute noch öffentlich als Museum zugänglich und verfügt über eine grosse Zwingli-Bibliothek.

... dass Wildhaus mit 9658 die höchste Postleitzahl der Schweiz hat?

... dass sich die grösste Hobby-Eisenbahnanlage der Spur 0 im Toggenburg befindet? Diese ganz spezielle Ausstellung kann in der Erlebniswelt Toggenburg in Lichtensteig besichtigt werden.

... dass das Toggenburg im Wesentlichen durch zwei Täler gebildet wird, das Thurtal und das Neckertal, benannt nach den Flüssen Thur und Necker?

Mehr Informationen über das Toggenburg unter www.toggenburg.ch

 

Rezepte - Spezialitäten aus dem Toggenburg

Omlette mit Bloderkäse und Säntismöckli

Quelle: Verein Sauerkäse-Bloderkäse

Zutaten
Teig: 100 g Mehl, 2 Eier, 1 dl Milch (für Omelettenteig)
Füllung: 150 g Bloderkäse, 50 g Magerquark, 50 g Säntismöckli

Zubereitung
Omelette braten; Bloderkäse mit Magerquark verrühren und würzen; Omelette mit Bloderkäsemasse bestreichen und mit Säntismöckli belegen. Zusammenrollen und kalt stellen. Als Apéro-Häppchen schneiden und servieren.

Kägifret Glace Cake

Quelle: Kägi Söhne AG

Zutaten (für 8–10 Portionen)
Haushaltsfolie, 2 Pack Kägi fret mini 165 g, 1 Block Vanille-Mokka-Glacé (400 g), 1 dl Halbrahm, Mokkabohnen für Garnitur

Zubereitung
1. Eine Cakeform ganz zusammenschieben, kalt ausspülen und mit Haushaltfolie auslegen. Den Boden mit Kägi fret mini belegen, dabei die Oberseite der Kägi fret mini nach unten legen. 2. Mit einem heiss abgespülten Messer eine Scheibe Glacé in Cakeformgrösse schneiden und auf Kägi fret mini drücken. 3. Eine Schicht Kägi fret mini darauflegen und mit einer zweiten Scheibe Glacé decken, leicht andrücken. Eine Schicht Kägi fret mini darauflegen. Mit Klarsichtfolie zudecken und mind. 20 Min. tiefkühlen. 4. Rahm steif schlagen und in Spritzsack geben. Cakeform aus Tiefkühler holen. Folie entfernen und Cake auf eine Platte stürzen. Rahmtupfen auf «Glacecake» dressieren und mit Mokkabohnen garnieren. Mit heiss abgespültem Messer in Tranchen schneiden. Zubereitungszeit ca. 15 Minuten + 20 Minuten tiefkühlen.

Fotos: Toggenburg Tourismus

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