Naturzyt 2019 3

Natur erleben: Themen zu Naturausflügen und Wanderungen

Schwertlilie

Naturwärts mit Tobias Ryser - Wertvolle Riedwiesen

Wenn im Spätsommer die goldgelb verfärbte Riedvegetation zurückgeschnitten und die getrocknete Mahd abgeführt wird, entstehen Fragen nach Sinn und Zweck des alljährlich wiederkehrenden Pflegeeingriffs. Würde man die artenreichen Lebensräume aber sich selbst überlassen, verschwänden bald eine Menge der seltenen Riedpflanzen.

Einst bedeckten viele Feuchtgebiete grosse Teile des Schweizer Mittellands. Im Verlaufe des 20. Jahrhunderts schritt die Intensivierung der Landwirtschaft rasch voran, und die ökonomische Bedeutung der Riedflächen nahm kontinuierlich ab. Viele Feuchtgebiete wurden mit Hilfe von Drainagen entwässert und man begann, diese in produktive Futterwiesen umzuwandeln.
So verschwanden in der Schweiz im letzten Jahrhundert etwa 90 Prozent der ehemaligen Feuchtgebiete. Im Gegensatz zu einer intensiv genutzten Futterwiese ist der Nährstoffgehalt im Ried um ein Vielfaches geringer. Dies hat zur Folge, dass sich viele, teilweise seltene und langsam wachsende Pflanzenarten entwickeln können und nicht nur einige wenige nährstoffliebende und schnell wachsende Generalisten. So findet man auf einem Quadrat von 5 × 5 Metern oft bis zu 60 verschiedene Pflanzenarten und auf einer grösseren, zusammenhängenden Riedfläche sogar über 400 verschiedene Pflanzenarten. Das Ried oder Flachmoor zählt deshalb auch zu den artenreichsten Lebensräumen der Schweiz.

In der Regel werden die Riedwiesen einmal pro Jahr im Spätsommer (ab 1. September) geschnitten und die anfallende Biomasse heraustransportiert, damit die pflanzlichen Nährstoffe nicht in den Boden gelangen. Der späte Schnittzeitpunkt ist deshalb so wichtig, weil auch die spätblühenden Pflanzen noch vor dem alljährlichen Schnitt versamen und so ihr Überleben sichern können. Überliesse man die Riedwiesen sich selber, würden sie innerhalb weniger Jahre stark verbuschen, und viele der seltenen Pflanzenarten verschwänden.

Im Frühherbst werden die Riedwiesen alljährlich zurückgeschnitten und die Mahd zum Trocknen ausgelegt.
Eine Gruppe aus Moorbirken schmückt die sommerliche Riedwiese in der Moorlandschaft Wetzikon/Hinwil.
Der HauhechelBläuling (Polyommatus icarus) besiedelt gerne Feuchtstandorte wie Hochstaudenflure und Riedwiesen.
Während der Zugmonate rasten immer wieder seltene Watvögel wie dieser Alpenstrandläufer (Calidris alpina) auf überschwemmten Feuchtwiesen und Uferbereichen.
Das einheimische kleine Knabenkraut (Orchis morio) blüht als eine der ersten Orchideenarten bereits ab März auf den trockeneren Bereichen der Riedwiesen.

Text/Foto Tobias Ryser

NATURZYT Fotograf Tobias Ryser
Neben seiner selbständigen Tätigkeit als Fotograf arbeitet Tobias Ryser noch teilzeit als Ranger in einem Schutzgebiet von nationaler Bedeutung. Unter dem Workshoplabel «naturwaerts» bietet er in Zusammenarbeitmit einem befreundeten Fotografen verschiedene Fotoworkshops im Bereich Natur- und Landschaftsfotografie an. Mehr Informationen unter www.tobias-ryser.ch, www.naturwaerts.ch

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