Naturzyt 2019 3

Natur erleben: Themen über Kraftorte, Natur wahrnehmen

Kraftvoller Wasserfall

Wild, kraftvoll und spritzig - Wasserwelten sind auch Kraftorte

Ich erinnere mich, es war ein verregneter Tag, ein Tag an dem man eigentlich gar nicht aus dem Haus gehen mag. Dennoch, es zog mich hinaus und ich wurde an einen wundersamen Ort geführt, wild, kraftvoll, spritzig und erfrischend ...

Heute nehme ich Sie an zwei Orte mit, deren Besuch bei gutem Wetter lohnenswert ist, die aber erst an regnerischen Tagen ihre ganze Kraft und Ausstrahlung entfalten. Der eine im Osten unseres Landes ist besser bekannt – die Taminaschlucht, der andere im Westen und kaum bekannt – Le Bief de Vautenaivre bei Goumois. Kommen Sie mit, machen wir uns auf zu den Elementen Wasser und Stein.

Unsere erste Reise beginnt in Bad Ragaz und führt dem Lauf der Tamina entlang hinauf zum alten Bad Pfäffers und weiter hinein in die Taminaschlucht zur warmen Paracelsusquelle.
Die Tamina entspringt zuhinterst im Calfeisental, unterhalb des Piz Sardona. Kraftvoll fliesst sie zu Tal und dementsprechend faszinierend ist es, ihrem Lauf zu folgen und immer wieder auf Unerwartetes und Faszinierendes zu treffen. Das graue, fast dickflüssig anmutende Wasser rauscht über Stufen, wirbelt um grosse Steine – ein faszinierendes Schauspiel. Wie aus dem Nichts stehen zwei grosse Steinbrocken wie versteinerte Wächter am Weg. Ob sie einst den Zugang zur Schlucht bewachten? Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf und folgen Sie Ihren inneren Bildern und Gefühlen.

Wächter-Steine auf dem Weg in die Taminaschlucht?

Vielleicht wird Ihnen auffallen, dass es sich in der Mitte der Strasse trotz der leichten Steigung überraschend leicht gehen lässt. Wie fühlt es sich an, wenn Sie am Rand der Strasse gehen? Spüren Sie den Unterschied? Nach ein paar hundert Metern führt der Weg über eine Betonbrücke – wie fühlen Sie sich auf dieser? Beim Wechseln von der Brücke auf die Naturstrasse fühlte es sich für mich an, als wäre ich angeschubst worden.

Was für ein herrliches Schauspiel

An Regentagen wie diesem fällt und spritzt das Wasser über Schroffen und Felsen, sammelt sich am Strassenrand zu Rinnsalen. Was für ein herrliches Schauspiel, am liebsten würde man darin rumplanschen, wie wir’s als Kinder taten. All dieses Plätschern und Rauschen erfrischt nicht nur die Sinne, es ist auch eine Wohltat für die Seele.

Beim Schwattenfall – gut die halbe Weglänge zum Eingang der Schlucht ist geschafft – spendet ein Brunnen warmes Wasser der Paracelsusquelle. Die passende Gelegenheit eine kurze Rast einzulegen.

Der Weg zum alten Bad Pfäffers gestaltet sich abwechslungsreich. Für den aufmerksamen Beobachter zeigen sich immer wieder energetische Phänomene: schwungvoll verlaufende Schiefergesteinsschichten, verzwirbelter Baumwuchs mit Elfenauge, markante Felspartien, Bäche, die zu Tale stürzen, keiner wie der andere. Bald schon wird das alte Bad Pfäffers mit seinem imposanten barocken Badehaus zwischen dem Laub der Bäume erkennbar.

Trotz des nassen Wetters sind wir an diesem Ort kaum allein. Die Taminaschlucht ist ein beliebter Ausflugsort und viele Besucher fahren mit dem Postauto bis zum Badehaus. Etwas oberhalb der Brücke ist ein passender Platz sich zu sammeln und mit dem Ort zu verbinden. Dieser Platz ist ein kraftvoller Ort.

Das Wetter passt perfekt

Hinein in die Schlucht. Das Wetter passt perfekt, kurze Regenschauer wechseln sich mit sonnigen Abschnitten ab, ideales Wetter für einen energiegeladenen Besuch. Eintauchen in den Schoss von Mutter Erde, in eine wilde Wasser- und Steinwelt. Geben Sie sich hin und lassen Sie sich von den hier wirkenden Naturkräften durchströmen. Atmen Sie tief durch und geniessen Sie jeden Augenblick. Wie mag die Tamina hier unten einst getobt haben, bevor sie von Menschenhand mit den beiden Stauseen, dem Gigerwald- und dem Mapaggsee gezähmt wurde?

Taminaschlucht - Wasser und Stein ziehen uns in ihren Bann.

Mochte sie sich noch so wild gebärden, nichts konnte die Menschen zurückhalten, sich an Seilen hängend zum Grund der Schlucht zur Heil versprechenden warmen Quelle zu begeben. Später wurde das Wasser in naturgerechten Holzrohren aus der Schlucht zum weitaus besser zugänglichen Badehaus geführt. Paracelsus, der grosse Naturforscher, Philosoph und Arzt hat hier als erster Badarzt gewirkt, daher der Name der Quelle. Die Schlucht vereinigt das, was wir in der Natur als das Weibliche betrachten; das Dunkle, das Wasser, die Frische, die Lebenskraft, das Reinigende, das Zentrierende, das Weiche. Letzteres lässt sich wunderbar an den formschön ausgewaschenen Wänden der Schlucht erkennen.

Spüren, wo es leichter geht

Das Spiel fallender Tropfen und das Dunkel erhellende Sonnenstrahlen schaffen eine ganz spezielle Stimmung. Die warme Paracelsusquelle im Berg ist durch einen Stollen erreichbar. Am Eingang das Bildstöcklein mit der heiligen Barbara mit Turm, Schutzpatronin der Mineure, und nach alpin-keltischer Tradition jene der drei Bethen, welche am Ende des Lebens zurück in die Anderswelt führt.

Hin- und Rückwege haben etwas Faszinierendes an sich: Obschon man beide Male an denselben Orten vorbei kommt, nehmen wir sie doch unterschiedlich wahr. Dies gilt auch für den Weg zurück nach Bad Ragaz.

Versuchen Sie erneut zu spüren, wo es sich leichter gehen lässt – in der Mitte der Naturstrasse oder an ihren Rändern? Jetzt werden Sie in der Mitte einen leichten Widerstand spüren, während es sich an den Rändern auffällig leicht gehen lässt.

Die Erklärung ist eine einfache: In der Strasse verläuft die Leitung, in der das Thermalwasser nach Bad Ragaz zu den Badeeinrichtungen geführt wird. Gehen Sie gegen die Strömung, werden Sie die Levitationskraft wahrnehmen. Diese macht sich als Leichtigkeit beim Gehen bemerkbar. Gehen Sie mit der Strömung, kommt Ihnen die Levitationskraft entgegen. Jetzt nehmen Sie diese als leichten Widerstand wahr. Diese Kraft beobachtete der begnadete Naturforscher Viktor Schauberger, als die Forelle über den Wasserfall sprang.

Die Schönheit des frei fleissenden Doubs.

Chute du Bief de Vautenaivre

Für den zweiten Kraftort, den ich Ihnen vorstellen möchte, begeben wir uns in die Freiberge, genauer nach Goumois an den Doubs, mystischer Grenzfluss an der Landesgrenze zu Frankreich. Die Talsohle liegt knappe 500 m tiefer als das Hochplateau bei Saignelégier; dementsprechend ist das Klima hier deutlich wärmer und feuchter als oben: Auffällig bemooste Bäume am Ufer des Doubs, die Hänge tiefgrün bewaldet, voller Moose und von verschiedensten Farnen fast urwaldartig überwachsen. Dann der Wegweiser zum Wasserfall. Hirschzungenfarne und üppiges Grün begleiten uns – Erinnerungen an Spielbergs Jurassic Parc steigen auf. Der Eindruck verstärkt sich noch, als der Pfad sich zwischen dick mit Moos überzogenen Bäumen im Wald zu verlieren scheint. Dann ein Felsband, trutzig, so als wollte es sagen: Überleg dir gut, ob du weiter eindringen willst. Nun, wir wollen. Das Ziel ist fast erreicht, noch ein paar Schritte dem schroffen Kalkstein entlang und ... Als wäre die Zeit um Jahrtausende zurückgedreht – ein Gefühl, eben eine Terra inkognita entdeckt zu haben, macht sich breit.

Urzeitliche Stimmung im vermoosten Wald.

Ein wundersamer Ort, um sich dem Wesen der Natur hinzugeben, Mutter Erde zu spüren. Die Höhle wirkt als Resonanzkörper und begünstigt die Wahrnehmung.

Hier lässt sich gut Innehalten, Entschleunigen, Meditieren und sich dem Wesen der Natur hingeben. Die Energiewerte sind wunderbar. Gönnen Sie sich die Zeit am Ort zu verweilen, ihn auf sich einwirken zu lassen. Ein Ort mit Kultplatz-Potential. Ob er das in alten Zeiten jemals war, wer weiss? Kinder haben Höhlenmalerei betrieben, wie Zeichnungen unschwer erkennen lassen. Besucher haben Steinmännchen aufgebaut – spielerische Kommunikation mit den Kräften der Natur. Hier lässt sich geerdete Naturspiritualität wunderbar erleben und jegliches Zeitgefühl verlieren.

Sollte sich irgendwann dann doch noch ein Hungergefühl bemerkbar machen und Sie wieder an die Wirklichkeit physischen Daseins erinnern, empfehle ich Ihnen, sich die kulinarische Spezialität der Region nicht entgehen zu lassen: «La Truite du Doubs» – die frische Forelle – natürlich aus regionaler Zucht. Mein Favorit: Die wunderschön am Fluss, in einer mystisch anmutenden Umgebung gelegene einstige Mühle, das Gasthaus von Le Theusseret.

Sonne und Regen am Fluss - ein faszinierendes Schauspiel.

Das nächste Mal nehme ich Sie mit zu alpinen Kraftplätzen. Bis bald und geniessen Sie mit Freude die farbigen Herbsttage.

Herzlich Philippe Elsener,
Naturenergetiker

Fotos Philippe Elsener

 

Den Naturkräften auf der Spur

Ganz bewusst kein Führer, dafür Ansporn sich selber auf den Weg zu machen, sich zu öffnen für das Unerwartete, Überraschende, ob am Wasser, bei den Steinen und Bäumen, im Ballungsraum oder in der unberührten Natur. Die Kapitel:

  • Kräfte in der Natur
  • Reizvolle Orte – Orte, die reizen
  • Kraftplätze erschaffen
  • «der pfad» – ein Naturenergieweg
  • Was uns Sagen erzählen
  • Naturgerechtes Verhalten
  • Wahrnehmen und Verstehen

Philippe Elsener, Den Naturkräften auf der Spur, Hardcover, gebunden, 176 Seiten, durchgehend farbig bebildert. ISBN 978-3-03781-057-6, Fr. 34.90 Das Buch ist im Buchhandel erhältlich.


Mehr zu Philipp Elsener

Philippe Elsener ist Naturenergetiker und Buchautor und wohnt in Thal SG. Er beobachtet seit Jahren die Beziehungen zwischen Mensch und Ort, Ort im Sinne von Wohn-, Arbeits- und Lebensraum. Sein besonderes Augenmerk gilt der Signatur der Dinge, dem ihnen innewohnenden Wesen. Als Mitglied des Vereins für Radiästhesie St. Gallen, des Österreichischen Verbandes für Radiästhesie und Geobiologie, der Schweizerischen Akademie für Burnout-Prophylaxe und des Naturkräfte-Rundwegs «der pfad» bringt er sein Wissen ein. Er bietet verschiedene Naturenergie-Workshops und Erlebnistage an. Mehr unter www.naturenergetik.ch

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