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NATURZYT-Ausgabe Juni 2021

Ferien in Schweizer Pärken und Ferienregionen in der Natur

Grosse Walsertal Naturjuwel

Grosses Walsertal - der Biosphärenpark ist ein Naturjuwel

Mit seinen Natur- und gepflegten Kulturlandschaften ist das Grosse Walsertal eine Besonderheit der Alpen. Wanderwege führen zu versteckten Alpen, wo jahrhunderte alte Alptraditionen gepflegt werden und Gastfreundschaft gelebt wird.

Fontanella-Faschina, Sonntag oder Raggal-Marul: Die Dörfer im Grossen Walsertal tragen Namen wie aus einem Märchen. Sie erinnern auch ein wenig an die Städtchen aus den Geschichten der Gebrüder Grimm: Viele Holzhäuser, gruppiert um trutzige Kirchen, umgeben von bewaldeten Hügeln und einem imposanten Bergpanorama. Wer im Grossen Walsertal Urlaub macht, darf sich durchaus auf märchenhafte Ferientage freuen. Denn auch die Natur rund um die Dörfer mutet äusserst idyllisch an. Das charmante und ruhige Gebirgstal ist weit weg von Autobahnen und Flugzeugen. Gut ausgebaute Wege führen über Kehren in dichte Bergwälder. In den Wiesen und Auen gibt es blühende Frauenschuhorchideen und Türkenbundlilien zu entdecken, und im kühlen Buchenwald hängen Farne ihre Wedel über den Weg. Gut möglich, dass man auf einer Wanderung auch auf eine Gämse trifft , die den Berg hinauf - flüchtet – wohlwissend, dass man ihr am Steilhang nicht folgen kann.
Keine Frage, in dem malerischen Tal in Vorarlberg, im Westen Österreichs, betritt man eine faszinierende Naturbühne. Das mag auch die Walser beeindruckt haben, als sie im 13. und 14. Jahrhundert aus dem Schweizer Oberwallis in das damals unbesiedelte Gebiet des Grossen Walsertals einwanderten. Sie rodeten Wälder und bauten ihre Häuser weit verstreut über die umliegenden steilen Hänge. Im Auftrag des schwäbischen Grafen von Montfort kontrollierten sie Pässe und Grenzen in Nachbarregionen – dafür wurden ihnen die Steuern erlassen. Dank der Abgeschiedenheit blieben ihr besonderes Brauchtum, ihre eigenständige Kultur und ihr Dialekt erhalten. Zudem brachten die Schweizer Bergbauern die Heuwirtschaft mit, die bis heute ein Grundpfeiler des Grossen Walsertals ist.

Ein schönes und leicht erreichbares Ausflugsziel ist der Seewaldsee (Foto Verein Grosses Walsertal Tourismus)

Grosses Walsertal und sanfter Tourismus

Zurzeit gibt es 47 bewirtschaftete Alpen; sie sind auf Wanderwegen gut zu Fuss zu erreichen. Daneben prägt die landschaftlich abwechslungsreiche Bergwelt mit ihren Schluchten, rauschenden Wildbächen und bunten Alpwiesen das Grosse Walsertal. Das soll so bleiben, denn das Tal hat als UNESCO-Biosphärengebiet den gleichen Schutzstatus wie die Serengeti, die Rocky Mountains oder die Galapagos-Inseln. Biosphärenparks wurden im Jahr 1976 von der UNESCO eingeführt. Ziel war und ist es, in allen Teilen der Welt grossflächige, repräsentative Ausschnitte von Natur- und Kulturlandschaften zu erhalten. Die lokale Bevölkerung erarbeitet mit den Biosphärenparks gemeinsam Konzepte zum Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung der Region. Im Grossen Walsertal findet sich deshalb sanfter Tourismus im Einklang mit Mensch und Natur.

Auf leichten Wanderwegen sind die 47 bewirtschafteten Alpen gut zu erreichen. (Foto Verein Grosses Walsertal Tourismus)

Entsprechend viel Ursprünglichkeit, wilde Natur und schroff e Bergschönheit gibt es zu entdecken. Am besten macht man dies zu Fuss auf einer der insgesamt 230 Kilometer langen, ausgeschilderten Wanderrouten. Sie führen über saftige Alpenhochmoore, abenteuerliche Grate, imposante Berggipfel und blühende Alpwiesen. Ein schönes und leicht erreichbares Ausflugsziel ist der Seewaldsee. Vor allem Pflanzenfreunde kommen hier auf ihre Kosten, denn der Moorsee liegt in einem Landschaftsschutzgebiet, das für seine einzigartige Flora und Fauna bekannt ist. Im Sommer lädt der See zum Baden ein, da er meist angenehm warmes Wasser hat.

Wandern im grossen Walsertal auf verschiedenen Themenwegen

Eine schöne Wanderung ist die historisch interessante Wasserwanderung entlang der Kulturdenkmäler des Grossen Walsertals: Kessena-Schlucht, Bad Rothenbrunnen und die Schwefelquelle können auf einer rund anderthalbstündigen Tour entdeckt werden. Für müde Wandererfüsse bietet das Wassertreten in der Schwefelquelle Buchboden eine wunderbare Erfrischung. Einen Frische-Kick verspricht auch der Kneipp-Aktiv-Weg Raggal mit Kneipp-Trögen, einem Barfussweg und einer Wassertrete. Entlang des Wegs informieren zudem Tafeln über die fünf Säulen für gesundes Leben nach Kneipp.
Etwas lauter zu und her geht es an der Wandfluh in Sonntag Stein: An der 100 Meter hohen Felswand bildet sich ein besonders schönes Echo. Ein ganz besonderes Highlight findet sich mit dem «Klangraum» entlang des Wanderwegs zur Echowand: Künstlerische Installationen laden zum Lauschen, Geniessen und Spielen ein.

Auf dem Wanderweg zur "Echowand" laden verschiedene Stationen zum Lauschen und Geniessen ein. (Foto Alex Kaiser)
Eine abwechslungsreiche Bergwelt mit ihren Schluchten, rauschenden Wildbächen, Berggipfeln und Tälern. (Foto Martin Caldonazz)

Grosse Walsertal: Tradition die man schmeckt

Wer neben dem Wandern mehr über das Grosse Walsertal erfahren möchte, nimmt am besten an einer der täglichen geführten Wanderungen des Vereins BERGaktiv teil. Besonders schön sind die verschiedenen Thementouren wie die botanischen Wanderungen, Sonnenauf- und Untergangswanderungen oder Touren zum Thema Wasser. Ebenfalls empfehlenswert sind Hochtouren und Klettersteige mit kompetenten Bergführern. Mit der Walser Gästekarte, welche alle Gäste von ihrem Gastgeber ab der ersten Übernachtung erhalten, hat man freie Fahrt mit Bus und Bahn in ganz Vorarlberg. Zusätzlich profitiert man von Ermässigungen bei Bergbahnen, geführten Wanderungen und Erlebnisprogrammen sowie Stadtführungen.

Die Vielfalt der Wanderregion Grosses Walsertal begeistert jedoch nicht nur geübte Wanderer und Familien, sondern auch Geniesser. Denn umgeben von der grossartigen Naturkulisse und gewürzt mit der aromatischen Bergluft schmeckt das Essen einfach besser. Die Kulinarik ist im Grossen Walsertal fest verwurzelt und greift auf eine lange Tradition zurück:

Die unvergleichlichen Käsespezialitäten, selbstgebackenes Brot, feiner Bergtee und das frische, glasklare Brunnenwasser tragen zur Qualität der typischen Gerichte der Region bei. Genuss auf Walserisch kann man dann zum Beispiel beim Älplerfrühstück auf der Alpe Steris, bei der Jause am Seewaldsee oder bei der Genusswanderung «Sommerkulinarium» im Gebiet Sonntag-Stein erleben.
Dabei ist das Herzensprodukt und der Stolz der Region sicherlich der Bergkäse, der mit dem Markennamen «Walserstolz» auch regional geschützt ist: Er entsteht fernab von industrialisierten Grossbetrieben in traditioneller Handarbeit ausschliesslich im Grossen Walsertal und wird hier auf acht Sennalpen, in zwei Winterbetrieben und einem Ganzjahresbetrieb erzeugt. Die dafür verwendete Heumilch erinnert an die mit Löwenzahn, Alpenrispengras, Goldhafer, Rotklee und Silbermantel übersäten Bergwiesen.

Weitere Informationen
Grosses Walsertal Tourismus, Telefon 0043 5554 5150, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.walsertal.at 

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