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NATURZYT-Ausgabe März 2021

Homöopathie: Mittel, Wirkung und Anwendung

Ledum

Ledum - ein homöopahtisches Mittel bei Stichen jeder Art

In der Homöopathie ist Ledum ein wichtiges pfl anzliches Mittel bei Stichverletzungen. Aus dem kühlen Norden stammend, hilft es bei Wunden, die sich kühl anfühlen und bei denen Kühlen guttut.

Mit dem Anstieg der Temperaturen im Frühling sind sie wieder da, diese kleinen unscheinbaren Spinnentiere, die Mensch und Tier befallen können: die Zecken! Zeckenbisse – streng genommen sind es eigentlich Stiche – sind an und für sich relativ harmlos. Es kann nach einem Zeckenbiss zu einer lokalen Entzündung kommen, v.a. wenn die Zecke nicht ganz entfernt werden konnte. Diese klingen in der Regel problemlos ab. Gefährlich sind aber vor allem für uns Menschen die Krankheiten, die von Zecken übertragen werden. Inzwischen gilt die ganze Schweiz als Risikogebiet für Borreliose und FSME (Frühsommer Meningoencephalitis), mit Ausnahme der Kantone Tessin und Genf für FSME. Das Immunsystem von Hunden und Katzen scheint mit diesen Erregern besser fertig zu werden. Selten erkrankt ein Hund an Borreliose, obwohl sehr viele Hunde Antikörper gegen Borrelien aufweisen, d.h., dass sie mit diesen Bakterien Kontakt hatten. FSME tritt noch seltener auf. Bei Katzen, obwohl auch oft von Zecken befallen, treten diese Krankheiten praktisch nicht auf.

Zecken leben vor allem im Wald im Unterholz und an Waldrändern. Sie lauern auf Pflanzen bis zu einer maximalen Höhe von 1,50 Metern und lassen sich von einem geeigneten Wirt abstreifen. Vorbeugend kann man bei Aufenthalt im Wald feste Schuhe und lange Kleider tragen, allenfalls Antizeckenspray einsprühen. Bei starker Exposition wird auch eine Impfung gegen FSME empfohlen. Je länger eine Zecke Blut saugt, umso grösser ist die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern. Somit ist es von grosser Wichtigkeit, nach einem Spaziergang den Körper nach Zecken abzusuchen und diese sofort zu entfernen. Bei Hunden kann dies durchaus eine sinnvolle Alternative zu den chemischen Antiparasitika sein. Zecken werden am einfachsten entfernt, indem man sie mit einer Pinzette oder einem Zeckenhaken gerade oder mit einer leichten Drehung vorsichtig herauszieht. Auf keinen Fall soll man Öl, Alkohol o.Ä. auf die Zecken auftragen, weil dadurch die Übertragung von Erregern begünstigt wird. Als natürliche Antizeckenmittel werden viele Mittel, von Knoblauch über Bierhefe zu Bernsteinketten, angepriesen. Die Wirkung dieser Mittel ist oft eher bescheiden. Die besten Erfahrungen bei Hunden habe ich mit Kokosöl, äusserlich angewendet, gemacht.

Olivia Scherrer ist Tierärztin und klassische Homöopathin für Mensch und Tier. Sie arbeitet in Zürich und Kloten. Weitere Informationen auf www.oliviascherrer.ch oder 076 528 41 81

Ledum in der Homöopathie als Zeckenpropylaxe?

Auch das homöopathische Mittel Ledum wird oft als «Zeckenmittel» beschrieben. Prophylaktisch gegeben schütze es vor Zeckenstichen. Als klassische Homöopathin bin ich sehr zurückhaltend, Homöopathika prophylaktisch zu verabreichen, da in der Homöopathie die Mittel ja aufgrund der bestehenden Symptome verschrieben werden. Und Vorsicht: bei regelmässig wiederholten Gaben eines hochpotenzierten (ab C30) homöopathischen Mittels können sogar Symptome ausgelöst werden. Ledum kann aber ein gutes Mittel nach einem Zeckenbiss sein, wenn eine Schwellung bestehen bleibt. Eine Schwellung, die sich kühl oder sogar kalt anfühlt, wird gut auf Ledum ansprechen. Paradoxerweise haben Ledum-Patienten das Bedürfnis, die schmerzende und kalte Stelle zu kühlen.

Ledum palustre - Sumpfporst oder Wilder Rosmarin genannt 

Ledum palustre, auf Deutsch Sumpfporst oder auch Wilder Rosmarin genannt, gehört zu den Heidekrautgewächsen. Er ist ein immergrüner Strauch, der vor allem in Hochmooren in nördlichen Ländern wächst. Leider steht er inzwischen in vielen Ländern auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten. In der Volksmedizin wurde und wird Ledum bei Insektenstichen, Rheuma, Arthritis, Gicht und Hautkrankheiten und gegen Ungeziefer eingesetzt. Da gewisse Inhaltsstoffe berauschend wirken, wurden die Sumpfporstblätter früher beim Bierbrauen verwendet. So konnte die berauschende Wirkung des Alkohols verstärkt werden. Das homöopathische Mittel wird aus den getrockneten jungen Sprossen hergestellt.

In der Homöopathie ist Ledum ein wichtiges Mittel bei Verletzungen mit spitzen Gegenständen, Stich- und Bisswunden, Insektenstichen, aber auch bei Gelenkschmerzen speziell der kleinen Gelenke der Finger und Zehen. Bei all diesen Beschwerden ist Ledum das Mittel der Wahl, wenn der betroffene Körperteil sich kalt anfühlt, also die übliche Erwärmung einer Entzündung fehlt, und die Beschwerden durch Kälte gelindert werden. Bei Prellungen und Blutergüssen ist Ledum zudem ein gutes Folgemittel von Arnica, wenn die Schwellung nicht richtig ausheilt, und bei Verletzungen am Auge.

Text Olivia Scherrer Fotos Adobe Stock

Weiterführende Literatur
Heidi Grollmann, Urs Maurer: «Homöopathische Selbstbehandlung in Akutfällen»
Weitere Informationen zum Thema Zecken unter www.zeckenstich.ch  oder www.zecken.ch 

Die Anwendung der aufgeführten Mittel erfolgt auf eigene Verantwortung und ersetzt keinen Arztbesuch. Eine Haftung der Verfasserin bzw. der Redaktion ist ausgeschlossen.

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