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NATURZYT-Ausgabe Dezember 2020

Homöopathie: Mittel, Wirkung und Anwendung

Belladonna Schwarze Tollkirsche

Belladonna - Schwarze Tollkirsche hilft bei Fieber

Schnupfen, Erkältung, Grippe – die meisten erwischt es im Winter einmal. Die einen kommen mit einem harmlosen Schnupfen davon und sind nach wenigen Tagen wieder fit, die anderen werden richtig krank und hüten mit Fieber das Bett.

Fieber ist ein wichtiger Abwehrmechanismus unseres Körpers gegen Krankheitserreger und somit ein Zeichen für ein gut funktionierendes Immunsystem. Fieber hat zudem den positiven Effekt, dass es uns zur Bettruhe zwingt, was nebst Schlafen und viel Trinken für den Heilungsprozess sehr wichtig ist. Nicht jedes Fieber muss gesenkt werden. Wenn sich der Patient sehr schlecht fühlt, eine Neigung zu Fieberkrämpfen besteht, weitere Symptome wie Kopfschmerzen dazukommen oder das Fieber hoch bleibt, können Mittel zur Senkung des Fiebers eingesetzt werden. Es muss aber nicht immer gleich ein Entzündungshemmer sein. Manchmal reichen Hausmittel wie kalte Wadenwickel oder Essigsocken, um die Symptome zu lindern. Oder auch ein homöopathisches Mittel.

Homöopathische Mittel bei Fieber

Ein wichtiges Mittel im Anfangsstadium von Infektionen ist Ferrum phosphoricum, das auch als Schüsslersalz Nr. 3 bekannt ist. Das Salz wird eingenommen, wenn sich erste, noch unbestimmte Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Halsschmerzen und leichtes Fieber zeigen. Und wenn die Beschwerden langsam auftreten. Bei langsam ansteigendem Fieber kommt auch das Mittel Bryonia, die Zaunrübe, in Frage. Wenn die Patienten dann noch einen grossen Durst auf kalte Getränke haben und eine Abneigung gegen jegliche Bewegung, fällt die Wahl ganz klar auf das Mittel Bryonia. Diesen Patienten ist am wohlsten, wenn sie ganz still daliegen können. Ganz Im Gegensatz dazu, wenn das Mittel Aconitum angesagt ist. Wie schon der Name dieser Pflanze – der Sturmhut – sagt, kommt die Krankheit plötzlich wie ein Sturm, meist als Folge von kaltem, trockenem Wind oder von Unterkühlung. Die Patienten frieren stark und zeigen plötzlich hohes Fieber, ohne zu schwitzen, und eine grosse Unruhe, manchmal mit Angstzuständen. Vor allem bei Kindern kann man beobachten, dass sie wegen dieser Ängste nicht gerne allein sind.

Olivia Scherrer ist Tierärztin und klassische Homöopathin für Mensch und Tier. Sie arbeitet in Zürich und Kloten. Weitere Informationen auf www.oliviascherrer.ch oder 076 528 41 81

Belladonna in der Homöopathie ist das bekannteste Fiebermittel

Das bekannteste homöopathische Fiebermittel ist Belladonna. Es ist generell angezeigt im Anfangsstadium von Entzündungen. Bei Patienten mit typischem Belladonna-Fieber kommt das Fieber plötzlich und die Hitze steigt in den Kopf. Sie haben ein rotes, heisses Gesicht, aber kalte Hände und Füsse. Nicht selten kommen zum Fieber noch Kopfschmerzen hinzu, die als hämmernd oder pulsierend geschildert werden. Menschen, die auf Belladonna gut ansprechen, sind sehr empfindlich auf Sinneseindrücke wie Lärm, Licht, Gerüche und Berührung. Deshalb ist ihnen am wohlsten allein in einem abgedunkelten, ruhigen Raum. Belladonna-Patienten werden oft geschildert als «ein Engel wenn gesund, ein Teufel wenn krank». Sie können sehr wütend werden und sich aggressiv benehmen, wenn sie krank sind. Dies sieht man vor allem bei kleinen Kindern und Tieren, bei welchen die Emotionen nicht im Zaume gehalten werden. Diese können um sich schlagen, beissen, schreien, wenn man sie untersuchen möchte. Bei Patienten mit Belladonna-Fieber können auch Delirien und Krämpfe vorkommen, so wie auch eine Vergiftung mit der Pflanze Belladonna zu diesen Zuständen führen kann. Atropa Belladonna, auf Deutsch Tollkirsche, Teufelskirsche oder Wutbeere genannt, gehört zu den Nachtschattengewächsen und ist in Europa heimisch. Den Gattungsnamen Atropa hat sie von der gleichnamigen griechischen Schicksalsgöttin, die den Lebensfaden abschneidet. Eine Vergiftung mit Tollkirschen kann durchaus tödlich enden. Auch in der Schweiz kommt es immer wieder zu Vergiftungen mit diesen verlockend aussehenden dunkelblauen Beeren. Die Symptome reichen von Mundtrockenheit und grossen Pupillen über Herzrasen zu Halluzinationen und Krämpfen. In der Augenheilkunde wird heute noch der Wirkstoff Atropin verwendet, um die Pupillen zu erweitern. Man nimmt an, dass die Pflanze deshalb den Namen Belladonna trägt. Schon im Mittelalter träufelten sich Frauen den Saft der Pflanze in die Augen, weil grosse Pupillen als besonders schön galten. Ob das Herzrasen dann von bewundernden Blicken oder von den Tropfen herrührte, bleibe dahingestellt.

Text Olivia Scherrer Fotos Adobe Stock

Weiterführende Literatur
Heidi Grollmann, Urs Maurer: «Homöopathische Selbstbehandlung in Akutfällen»
Brigitte Kurath: «Natürliche Heilmittel»

Die Anwendung der aufgeführten Mittel erfolgt auf eigene Verantwortung und ersetzt keinen Arztbesuch. Eine Haftung der Verfasserin bzw. der Redaktion ist ausgeschlossen.

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