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NATURZYT-Ausgabe Dezember 2019

Natur erfahren: Homöopathie für Mensch und Tier

Pulsatilla Blüten

Pulsatilla – ein bewährtes homöopathisches Mittel

Pulsatilla findet man in jeder homöopathischen Apotheke. Gewonnen wird es aus einer einheimischen Pflanze, die auch unter dem Namen Kuhschelle bekannt ist. Sie hilft nicht nur gegen Blasenentzündung bei kalten und nassen Füssen.


Als Kind war ich am liebsten barfuss unterwegs. Irgendwann erzählte mir ein Nachbarskind, dass es in den Monaten mit einem «R» nicht barfuss nach draussen dürfe. Diese Regel hat mich sehr fasziniert. War es reiner Zufall, dass die warmen Monate kein «R» im Namen hatten? Und was geschah, wenn man wie ich trotzdem barfuss herumlief? Kalte Füsse kriegte man natürlich, aber sonst? Meine Mutter erklärte mir, dass es Kinder gebe, die sich dann erkälten oder sogar eine Blasenentzündung bekommen würden.

Heute arbeite ich als Homöopathin für Mensch und Tier und kann bestätigen, dass es Menschen und auch Tiere gibt, die eine Blasenentzündung entwickeln, nachdem sie sich zu stark abgekühlt haben. Gerade im Frühling, wenn es tagsüber schon richtig schön warm ist und uns die Temperaturen dazu verleiten, Schuhe und Socken auszuziehen, uns auf den noch kalten Boden zu setzen, oder der Hund den Sprung in den kalten See wagt, kommen oft Menschen und Tiere mit einer Blasenentzündung in die homöopathische Praxis. Bei einer akuten Blasenentzündung als Folge von kalten oder nassen Füssen ist Pulsatilla ein bewährtes homöopathisches Mittel.

Pulsatilla, auch Wiesen-Küchenschelle oder Kuhschelle genannt, gehört zu den Hahnenfussgewächsen. Sie wächst auf Bergwiesen der nördlichen Halbkugel auf kalkhaltigen Böden und blüht im Frühling. Legenden sagen, dass Elfen in den glockenförmigen Blüten Schutz gegen Naturgewalten suchen.

Olivia Scherrer ist Tierärztin und klassische Homöopathin für Mensch und Tier. Sie arbeitet in Zürich und Kloten. Weitere Informationen auf www.oliviascherrer.ch oder 076 528 41 81

Pulsatilla ist ein häufig verschriebendes Mittel

In der Homöopathie ist Pulsatilla ein häufig verschriebenes Mittel sowohl bei akuten Krankheiten wie auch als Konstitutionsmittel bei chronischen Krankheiten. Typische Pulsatilla-Patienten sind sanft und anhänglich, weinen oft und werden sehr gerne getröstet. Damit bessert sich die psychische Verfassung schnell wieder. Man sagt, dass die Stimmung, aber auch die Symptome von Pulsatilla- Patienten so wechselhaft sind wie das Aprilwetter. So wird Pulsatilla sehr oft bei Kindern eingesetzt. Der psychische Zustand des Patienten während einer Krankheit ist in der Homöopathie immer ein wichtiges Kriterium bei der Bestimmung des passenden Mittels. Zudem schaut man, unter welchen Umständen die Beschwerden bessern oder sich verschlechtern. Pulsatilla- Patienten leiden am stärksten im warmen Zimmer, es geht ihnen viel besser bei Bewegung an der frischen Luft . Dies kann man oft bei Hunden beobachten, die zu Hause sehr krank wirken, aber aufblühen, sobald man mit ihnen spazieren geht. Und so wie die Pflanze Pulsatilla mit sehr wenig Wasser auskommt, sind die Patienten meist durstlos, sogar wenn sie Fieber haben.

Plusatilla bei aktuen Blasenentzündung

Bei einer akuten Blasenentzündung sind die Schmerzen von Pulsatilla- Patienten brennend und zeigen sich während und nach dem Wasserlösen. Oft geht auch unfreiwillig Harn ab. Bei einer Blasenentzündung als Folge von Abkühlung kommt auch das Mittel Dulcamara in Frage. Patienten, denen Dulcamara guttut, mögen im Gegensatz zu Pulsatilla-Patienten Wärme. Ihnen geht es besser, wenn sie zu Hause an der Wärme sind, am liebsten mit einer Bettflasche auf dem Bauch. Psychisch zeigen sie nicht diese sanft e Anhänglichkeit wie Patienten, die Pulsatilla benötigen, sondern sind eher mürrisch und ungeduldig.

Pulsatilla wird auch bei anderen akuten Erkrankungen eingesetzt. Zum Beispiel bei Erkältungen und Schnupfen mit mildem, gelblich-grünem Ausfluss oder bei Magen-Darm-Beschwerden nach schwerem, fettigem Essen oder nach Überessen. Ich habe meinem eigenen Kater vor ein paar Jahren helfen können, als er im Keller den Futtervorrat der Nachbarshunde gefunden und sich damit den Bauch vollgeschlagen hat. Ihm war im wahrsten Sinne hundeelend und er hatte Bauch schmerzen.

Da er eine für ihn ungewöhnliche Anhänglichkeit zeigte, habe ich ihm ein paar Globuli Pulsatilla gegeben. Darauf hat er ganz lange geschlafen und die Verdauung ist am nächsten Morgen wieder in Gang gekommen …

Übrigens: Ich bin noch immer häufig barfuss unterwegs, auch im März und April. Barfuss laufen ist gesund und bei kühlen Temperaturen soll es sogar das Immunsystem stärken.

Weiterführende Literatur

  • Heidi Grollmann, Urs Maurer: «Homöopathische Selbstbehandlung in Akutfällen»
  • Marc Bär, Dounya Reiwald: «Akute Erkrankungen von Hund und Katze homöopathisch behandeln»

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