Naturzyt 2019 3

Natur bewahren: Themen zum naturnahen Garten

Die Zierpflanze Ehrenlegion

Rennaissance vergessener Zierpflanzen

Seit 2005 bezaubert Blütenflor von alten Blumensorten die Besucher im ProSpecieRara-Garten in der Elfenau, auf dem Areal der Stadtgärtnerei Bern. Berückende Schönheiten von einst geben sich hier die Ehre und erblühen von neuem.

‹König Theodor›, eine alte Kapuzinerkresse, wird eskortiert von der ‹Ehrenlegion›, einer Studentenblume aus vergangenen Zeiten und sie wird begleitet von der alten Kornblumensorte ‹Blauer Junge›, beduftet von der unscheinbaren Reseda. 

Rennaissance vergessener Zierpflanzen

Alte Schweizer Züchtungen von Bartfaden, Frikart-Astern oder Prachtspieren und Flammenblumen zeigen sich hier von ihrer besten Seite. Da treffen sich purpurrote Pfingstrosen mit schneeweissem Rittersporn, die leuchtendrote Blüte der Flammenblume wetteifert mit den Blautönen der Frikart-Astern. Schwebende Blüten – gehören diese zur Akelei oder sind es Margeritenblumen? Für die harmonische Gestaltung eines Beetes mit Sommerflor oder Stauden braucht es die ganze Vielfalt an Zierpflanzen. Oft entscheiden feine Farbnuancen und Formen, welche es geschickt zu einem schönen Ganzen zu kombinieren gilt.

Kornblume "Blauer Junge" mit feinen, leuchtend blauen Blüten.

Verschwinden stoppen

Die Schönheiten unserer Natur sind lebendig und damit auch vergänglich. Und gerade Zierpflanzen sind stark der Mode und ihrem Wandel unterworfen. Zur Zeit unserer (Ur-) Grossmütter waren Nelken beliebte Blumen. In welchem Garten sind sie auch heute noch anzutreffen? Doch nicht nur Vorlieben sind verantwortlich für den Wandel im Angebot von Zierpflanzen. Der heutige Preisdruck und das Verschwinden von lokalen Dorfgärtnereien mit ihren Spezialitäten sind auch bei den Zierpflanzen – wie bei Gemüse- oder Obstsorten – Ursache für die Uniformierung des Angebots. Diesem Trend will ProSpecie-Rara entgegenwirken. Seit knapp sechs Jahren recherchieren wir in gärtnerischen Archiven und erhalten so Auskunft darüber, welche Blumen einst verbreitet waren, seit langer Zeit in der Schweiz gehandelt, eventuell gar gezüchtet und kultiviert wurden. Einige davon sind immer noch vorhanden, andere wohl unwiederbringlich verloren.

Die gefundene rare Pracht zeigen wir Ihnen gerne in unseren Schaugärten. Es ist eine besondere Freude, Gärten mit althergebrachten Zierpflanzen zu gestalten und diese die ganze Saison erblühen zu lassen. Haben doch diese «natürlichen» Schönheiten bereits Monet und andere Künstler zu Höhenflügen inspiriert.

Die Kapuzinerkresse "König Theodor" war schon 1884 bei Samen Wyss im Handel.

ProSpecieRara möchte mit ihrer Initiative die Erhaltung und die Verbreitung historischer Zierpflanzen gezielt fördern und damit deren facettenreiche und berückende Schönheit dem modernen Menschen näher bringen. Düfte von Veilchen, Wicken, Reseden und eine immense Farbenpracht sollen uns heute noch verzaubern dürfen.

Zierpflanzen für historische Gebäude

Auch Denkmalpfleger sind dankbar für die Erhaltungsarbeit von ProSpecieRara. Denn bis anhin war es fast unmöglich, die Gärten originalgetreu restaurierter Gebäude auch mit den originalen Pflanzen zu bepflanzen. Nun steht ProSpecieRara immer wieder beratend zur Seite – ganz aktuell z.B. beim Erlacherhof und dem Von Wattenwyl Haus in Bern.

Im ProSpecieRara-Schaugarten in der Berner Elfenau finden auch Führungen statt. Die Daten finden Sie unter www.prospecierara.ch/de/veranstaltungen

Nehmen Sie teil an der Renaissance vergessener Zierpflanzen und besuchen Sie den Schaugarten in der Elfenau, welchen ProSpecieRara zusammen mit Stadtgrün Bern errichtet hat. Zusammen mit Ihrer Unterstützung sind wir zuversichtlich, dass die vergessenen Blumen zu neuem Leben erwachen.

Fotos Markus Zuber, Küttigen

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