Naturzyt 2018 09

Natur bewahren: Themen zum naturnahen Garten

Herbstlaub Blätterberge

Herbstlaub - Wohin mit den Blätterbergen

Liebe garten- und naturbegeisterte Leserinnen und Leser, woran denken Sie beim Thema Herbstlaub? An ohrenbetäubende Laubbläser, an den Rasen, der unter all dem Laub zu ersticken droht oder an das Kinderlied «Bunt sind schon die Wälder»? So oder so, die Menge Herbstlaub bleibt die gleiche und die Frage nach dem «Wohin damit» ebenfalls. In diesem Artikel habe ich ein paar gute Ideen, wie Sie ganz ohne Lärm und Ärger die Blätterberge sinnvoll verwenden können.

Von den Bäumen fallende, bunt gefärbte Blätter sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Sommer vorbei ist und der Winter vor der Tür steht. Wir geniessen die letzten wärmenden Sonnenstrahlen, die die Gelb, Orange- und Rottöne der Blätter so richtig zum Leuchten bringen. Und wenn sie dann in Massen am Boden liegen? Kein Problem. Ist das Laub trocken, knistert es wunderbar. Wann haben Sie zuletzt mit Ihren Kindern und Enkeln eine Blätterschlacht gemacht? Sie tut nicht weh, und unter dem herabrieselnden Laubregen lässt sich wunderbar tanzen oder Blätter jagen. Oder auf einem Waldspaziergang durch raschelndes Laub gehen und über die Vielfalt der unterschiedlichsten Blätter staunen. Vielleicht sticht Ihnen das eine oder andere ins Auge und Sie nehmen es mit nach Hause, für eine herbstliche Dekoration oder zum Basteln in Kombination mit Eicheln, Kastanien oder Nüssen. Gepresst zwischen Buchseiten bleiben sie schön flach, lassen sich auffädeln und als Girlande aufhängen oder als Tischdekoration verwenden. Oder möchten Sie gerne wissen, zu welchen Baumarten Ihre gesammelten Blätter gehören? Dann kleben Sie die Blätter auf und beschrift en sie in Ihrem persönlichen Blattherbarium. 

Doch zurück in den Garten, wo noch immer unzählige Blätter herumliegen. Laub rechen an der frischen Luft ist gesund und erfüllt einen mit Befriedigung, ist das Resultat doch sofort sichtbar. Doch gerecht wird nur auf Wegen, Plätzen und auf Rasen. Und nur von Hand, denn Laubbläser machen einen unzumutbaren Lärm und wirbeln enorm viel Staub auf. Laubsauger sind aus ökologischen Gründen abzulehnen, da sie alle Kleintiere einsaugen und vernichten. Bald schon türmen sich Blätterberge.

Laub kompostieren

Das Laub der meisten Baumarten lässt sich gut kompostieren (ausgenommen Lorbeer, Walnuss und Eiche). Dazu eignet sich ein Kompostgitter, aufgestellt direkt auf den Gartenboden, um den Würmern und anderen Kleintieren den Einstieg zu erleichtern. Laub etwa 50 Zentimeter hoch reinschütten, eine Schicht reifen Kompost oder Kompoststarter dazugeben und mit Wasser überbrausen, damit er gut feucht ist. Sie können so mehrere Schichten aufeinander geben, immer gut feucht halten und als Abschluss eine Schicht Erde verwenden. Um einen Bewuchs mit Beikräutern zu verhindern, empfehle ich, alles mit einem Unkrautvlies abzudecken. In trockenen Phasen nicht vergessen zu wässern. Im nächsten und übernächsten Herbst entfernen Sie die Deckerde, schichten das Laub um und decken es wieder mit Erde und Vlies zu. Immer gut feucht halten. Im dritten Jahr können Sie eine wunderbare Gartenerde wenn nötig durch ein Sieb filtern und im Garten verwenden. Diese Erde ist locker und mässig nährstoffreich.

Liegen gelassenes Laub ist ein guter Wärmeschutz für kleine Tiere im Winter.

Laub liegen lassen

Gründliches Aufräumen im Garten ist nur noch etwas für «Ewiggestrige». Lassen Sie das Laub in den Rabatten und unter Bäumen liegen, Regenwürmer und viele andere Kleintiere ernähren sich davon. Auch dient eine Laubschicht den Tieren als Winterschutz, darunter ist es für sie nämlich kuschelig warm und sie sind erst noch halbwegs vor Fressfeinden geschützt. Natürlich wissen aber auch Amseln und Rotkehlchen sowie Spitzmäuse, dass sich unter der Laubdecke wahre Köstlichkeiten verbergen, und nicht selten sieht man sie im Winter in der Laubschicht herumwühlen.

Lauf aufschichten

Der Klassiker unter den Massnahmen, nämlich einen Laubhaufen für Igel aufschichten. Dazu muss man aber wissen,
dass Igel gerne trocken überwintern und ein Laubhaufen, egal wie gross er ist, unweigerlich irgendwann feucht wird und anfängt zu modern. Es empfiehlt sich also, unter einem Laubhaufen zuerst ein Igelhaus zu bauen. Dazu verwendet man Holz oder Stein, Anleitungen dazu gibt es im Internet genügend. Wichtig ist, dass dieses Haus ein Dach hat und von oben keine Feuchtigkeit eindringt. Dieses Haus, übrigens unter einer Hecke oder unter Sträuchern geschützt aufgebaut, überdeckt man nun mit Reisig, Ästen und ganz viel Laub. Zum Schluss nochmals Äste darüberlegen, damit beim ersten Herbststurm nicht gleich alles Laub wegfliegt.

Hier fühlt sich der Igel wohl, im selbstgebauten Igelhaus unter dem grossen Laubhaufen.

Laub entfernen

Nicht überall ist Laub erwünscht. Wer einen Rasen hat, sollte ihn vom Laub befreien, damit er nicht erstickt und sich im Frühling unschöne gelbe Flecken zeigen. Auch in einem Gartenteich hat Laub oder anderes abgestorbenes Pflanzenmaterial nichts zu suchen, es sinkt zu Boden, wird dort von Bakterien zu Faulschlamm verarbeitet und reduziert die Sauerstoff menge im Wasser. Deshalb regelmässig Laub von der Wasseroberfläche abfischen.

Laub richtig entsorgen

Krankes Laub, also Blätter, die zum Beispiel von Pilzsporen wie Mehloder Russtau sowie Rost befallen sind, sollte nicht kompostiert oder liegen gelassen werden. Dieses Laub wird mit dem Kehricht entsorgt. Wer keine der im Artikel erwähnten Verwendungsmöglichkeiten im eigenen Garten umsetzen will, der kann seine Blätterberge mit der öffentlichen Grünabfuhr entsorgen. Auf keinen Fall darf das Laub im Wald deponiert oder im Garten verbrannt werden. Dazu enthält es zu viel Wasser und würde zu grosser Rauchentwicklung führen.

Und ist das letzte Blatt vom Baum gefallen und haben wir unsere Arbeit getan, kann der Winter Einzug nehmen. Gemütlich sitzen wir in der warmen Stube, schauen dem fallenden Schnee zu und wissen, dass dank der schützenden Laubschicht in den Gartenbeeten auch andere Lebewesen nicht frieren müssen.

Herzlich
Claudia Ebling
www.naturimgarten.ch .ch 


Text Claudia Ebling Fotos Claudia Ebling

 

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