Naturzyt 2019 3

Natur bewahren: Themen für nachhaltiges und naturbewusstes Leben

Wasserkraft Elektrizität

Einschalten und die Elektrizität fliesst - Wasserkraft und Co.

Sobald es dunkel wird, wird das Licht eingeschaltet, ist der Akku von iPhone, iPad und Co. leer, wird er ans Stromnetz zum Aufladen angedockt. Ein Knopfdruck – der Fernseher, das Radio, der PC etc. läuft. Und voller Stolz wird das neue, umweltfreundliche Elektro-Fahrzeug tagsüber oder über Nacht aufgeladen für die nächste Fahrt. Der Strom fliesst, doch nur wenige machen sich Gedanken woher.

Alle wissen, der Strom ist vorhanden – einstecken, einschalten und er fliesst. Die wenigsten wissen, wie unser täglicher Strom tatsächlich hergestellt wird – und wer wie viel braucht. Im Jahr 2012 haben wir Schweizer 58 973 GWh verbraucht – das entspricht 58 973 000 000 Kilowatt und bei über 8 Millionen Einwohnern im Schnitt satten 7336 Kilowatt (Quelle Bundesamt für Energie, Energieverbrauch 2012, Details siehe Box). Fast 60% unseres Stroms werden durch Wasserkraft erzeugt, gegen 36% aus Atomkraft und der Rest aus erneuerbaren Energien.

Energie-Strategie 2050 

In der Politik wird die Energie-Strategie 2050 intensiv diskutiert. Die Ziele: Ausstieg aus der Atomkraft, Steigerung der Wasserkraft bis 2035 auf mindestens 37 400 GWh. Steigerung der erneuerbaren Energien bis 2035 auf 14 500 GWh und Senkung des Elektrizitätsverbrauchs pro Person gegenüber dem Stand im Jahr 2000 um 13% bis 2035. Dies steht im Entwurf des Energiegesetzes, welches auf der Homepages des Bundesamtes für Energie einsehbar ist.

NATURZYT rechnet nach. Das Ziel, bis 2035 den Elektrizitätsverbrauch um 13% zu senken auf der erwähnten Basis des Standes 2000, also von 52 373 GWh, ergäbe einen Zielverbrauch von 45 600 GWh. Oder vom aktuellen Stand 2012 müssten Herr und Frau Schweizer in den nächsten 23 Jahren gegen 23% Strom einsparen – ohne Berücksichtigung der Bevölkerungsentwickung. Ein ehrgeiziges Ziel in Anbetracht der Tatsache, dass wir von 2000 bis 2012 eine Steigerung des Gesamtverbrauches um 11% erzielten. Würde es uns gelingen den Energieverbrauch wirklich zu senken, die Elektrizitätsgewinnung aus Wasserkraft mit 37 400 GWh und aus erneuerbaren Energien mit 14 500 GWh auf ein Total 51 900 GWh zu steigern – wäre das Ziel erreicht, die Energiewende geschafft.

Wasserkraft ausbauen

Um das Ziel der Energieversorgung aus Wasserkraft sicherzustellen, will die Politik neue Kleinwasserkraftwerke aktiv fördern und damit gegen 1000 bis 1500 GWh Mehrleistung erzeugen. Wasserkraft ist in der Schweiz die wichtigste Energiequelle; Wasser ist aber auch Leben – und die Energiegewinnung daraus immer ein Eingriff in die Natur. Im Jahr 2012 wurden 58,7% des Gesamtverbrauches aus Wasserkraft gedeckt – was einer Produktion von 34 617 GWh entspricht. Das heisst, dass Ziel von 37 400 GWh würde mit neuen Kleinwasserkraftwerken nur knapp erreicht. Das heisst, es wäre viel sinnvoller, alternative erneuerbaren Energien zu fördern. Die Elektrizitätsgewinnung aus Wasserkraft ist zurzeit günstiger als die Erzeugung von Elektrizität aus Sonne oder Wind. Zudem hat Wasserkraft sicher den Vorteil, dass die Energie reguliert werden kann, angepasst an die täglichen Schwankungen. Doch was ist, wenn unsere Gletscher weiter abschmelzen, die Flüsse zum Teil weniger Wasser führen, weil unsere Sommer immer heisser werden? Oder zu viel Wasser wegen Unwetter vorhanden ist und die Speicherbecken abgelassen werden müssen? Das können wir nicht regulieren.

Solarenergie und Windenergie

Ein Hauptargument, das immer wieder gehört wird, ist, die Sonne scheine nicht immer, der Wind blase nicht den ganzen Tag. Energieerzeugung ist also nicht immer möglich. Damit kann nicht immer produziert werden – und diese Energie kann (noch) nicht gespeichert werden. Der Solarrechner in der Redaktion steht uns heute, obwohl der Himmel Wolken behangen ist, zur Verfügung. Die Solarlampen auf der Terrasse zu Hause machen auch ihren Dienst. Das heisst, eine geringe Produktion ist doch möglich – oder die Akkus haben noch Energie in der Speicherung vom schönen Vortag. Es ist auch unverständlich, weshalb der Bund bei den erneuerbaren Energien die Windkraft stärker fördern will als die Sonnenenergie. Windkraft erfordert wiederum einen Eingriff in die Natur. Wildtiere wie Greifvögel werden in den Sog der Rotoren gezogen und verenden an den zugezogenen Verletzungen. Auf unseren Hausdächern, auf den Büro- und Industriegebäuden hätte es genug Platz für Sonnenkollektoren. Am Beispiel des ersten Skilift in Tenna ist eine Stromproduktion nicht nur für den Skiliftbetrieb, sondern für ein ganzes Dorf alternativ möglich. Wenn grosse Skigebiete wie Laax, Davos, St. Moritz, Arosa etc. Solar-Kleinkraftwerke bauen würden, könnte man nachhaltiger Ski fahren!

Solarskilift Tenna produziert über 90 000 kWh im Jahr. Der Skiliftbetrieb braucht aber nur 7000 kWh davon.

Energie-Zukunft E-Mobilität

Der Energieverbrauch in den aufstrebenden Entwicklungsländern wie China steigt und damit auch der CO2-Ausstoss. China setzt sich deshalb zum Ziel, bis in 10 Jahren 10 bis 20 Millionen Elektrofahrzeuge zu erreichen – und fördert dies mit Subventionen. Die Autoindustrie bringt laufend neue E-Fahrzeuge auf den Markt. Das steigert unseren Stromverbrauch. Tagsüber oder über Nacht wird geladen. Anstelle eines Panoramadaches könnte hier ein Solardach zur eigenständigen Aufladung integriert werden. Neuste Technik mit Windenergie sind Drachen, die in der Luft mit kleinen Windrädern Strom erzeugen. Diese Kleinstwindkraftwerke, integriert in den Aussenspiegel der Fahrzeuge oder an der Fahrzeugfront, könnten doch während der Fahrt durch den Fahrtwind die Batterie zusätzlich laden. Die Technik von Wind- und Solarenergie ist im Vergleich zur Wasserkraft relativ jung – die Bundessubventionen sollten deshalb mehr in diese Entwicklung investiert werden. 

Überall werden Verbraucher zur Regulierung zur Kasse gebeten. Wer mehr nutzt, zahlt mehr – zum Beispiel bei den Abfallgebühren, durch Erhöhung von Benzinpreisen usw. Weshalb nicht im Elektrizitätsverbrauch? Nicht mit Zuschlägen, sondern mit sinnvollen Massnahmen, um zu lernen, effizienter und sinnvoller mit dem Strom um zugehen. Zum Beispiel mit dem neuen iPhone Solar, welches es 2020 geben könnte. Ist der Akku leer, kann es nicht ans Stromnetz, weil es keine Netzwerkkabel dafür mehr gibt, und wenn zu viel gespielt wurde, zu viel Sinnloses in Facebook gepostet wurde – ist halt schneller Schluss. Die Technik ist gefordert, damit wir unser Konsumverhalten aufrecht erhalten können, welches Konzept das richtige sein wird, wird sich zeigen – schlussendlich fliesst der Strom (noch) aus der Steckdose.

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