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Naturzyt 2019 3

Natur bewahren: Themen für nachhaltiges und naturbewusstes Leben

Wald

Mit sparsameren Papierverbrauch Wald und Klima schützen

Papier ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, ob als Zeitung beim Frühstück, als Schulheft im Klassenzimmer, als Dossier im Büro, als Papierserviette beim Essen, als Toiletten-Papier oder als Krimi am Feierabend.

Die Schweiz, Deutschland und Österreich gehören mit über 200 kg pro Kopf und Jahr zu den zehn globalen Spitzenreitern beim Papierverbrauch. Doch häufig verschwenden wir das Papier gedankenlos – und es ist uns nicht bewusst, dass Menschen, Tiere und Pflanzen dadurch unwiderruflich ihren Lebensraum verlieren. Denn Papier besteht aus Holz, dieses stammt teilweise noch immer aus Urwäldern, die zur Produktion unseres Papierbedarfs kahlgeschlagen werden.

Der eigene Konsum entscheidet

Es sind Kleinigkeiten, die im Altpapier landen – sei es durch ungewünschte Werbung im Briefkasten, Kataloge die vom Versandhandel zugestellt werden, teilweise doppelt, weil Tochter und Frau bei Jelmoli bestellen. E-Mails, Bestellbestätigungen des Online-Shops, E-Rechnungen der Swisscom etc.  werden ausgedruckt, um sie im Ordner abzulegen – werden aber dennoch zu Altpapier. Es liegt deshalb an jedem einzelnen von uns, sein Verhalten im Papierverbrauch zu überprüfen.

Durchschnittlicher Papierverbrauch in Kilogramm pro Kopf im Jahr 2010

Kleine Massnahmen schützen Wald und Klima

Wenn Werbeprospekte ins Haus flattern, die ungewünscht sind, – reicht ein «Stopp-Werbekleber» am Briefkasten. Ungewünschte oder doppelt zugestellte Kataloge des Versandhandels können per Mail oder Telefon abbestellt werden. Ungewünschte adressierte Werbebriefe von Firmen oder Spendenbriefe von gemeinnützigen Organisationen, die direkt im Altpapier landen, gehen zurück an den Absender mit Vermerk «bitte Adresse streichen». Wenn überhaupt keine adressierte Werbung gewünscht wird, in der Robinsonliste (www.sdv-konsumenteninfo.ch/selbstregulierung/robinsonlisten) eintragen lassen. Im Zeitalter des Internet kann problemlos auf viele gedruckte Angebotsprospekte verzichtet werden – trägt man sich in Newsletter ein, erhält man diese per Mail.

Papier wird als Träger von Informationen nie ganz  verschwinden, sei es als Briefe, Postkarten oder auch Informationsträger wie Zeitungen, Zeitschriften. Dennoch, mit einem bewussteren Umgang lässt sich der Papierverbrauch reduzieren. Einen E-Mail-Newsletter, der nicht mehr gewünscht wird, bestellt man per Klick ab. Gleiches sollte für gedruckte Sendungen geschehen,  auch wenn dies etwas aufwändiger ist als ein Klick.

Es geht auch nicht darum, Werbetreibenden oder gemeinnützigen Organisationen die Möglichkeit wegzunehmen, Kunden und Gönner zu finden. Auch NATURZYT ist auf solche Kontakte angewiesen. Doch jeder gedruckte Kontakt, der unbeachtet im Altpapier landet, verursacht unnötige Kosten und verbraucht Ressourcen.  Und jeder ist dankbar, wenn zielgerichtet möglichst nur jene Personen erreicht werden, die sich auch tatsächlich dafür interessieren – nicht nur der Umwelt zuliebe.

Auch im Büro lässt sich der Papierverbrauch um 75% reduzieren

Mit den richtigen Massnahmen lässt sich nicht nur Papier sparen, sondern auch Kosten senken. Pro Person und Tag werden im Büro im Schnitt 40 bis 50 Blatt Papier verbraucht. Auch hier lässt sich durch bewussteren Umgang Papier einsparen – gleiches gilt natürlich auch für das private Homeoffice.

Praktisch alle Druckertreiber kennen die Duplexfunktion (beidseitig drucken) – oder es lassen sich 2 respektive 4 Seiten auf eine Seite drucken. Die Kombination mit 2 Seiten auf eine Seite sowie 2-seitig bedrucken bringt eine Einsparung von 75% (4 Blatt Papier auf 1 Blatt Papier). Gleiches gilt beim Fotokopieren: Wieso also 4 Seiten kopieren, die im Ordner abgelegt werden – wenn alles beidseitig auf 1 Blatt Platz hat. Dies spart nicht nur Papier, sondern auch Archivraum und Ordner.

Unnötige Ausdrucke reduzieren

Achtet man darauf, wie viele E-Mails und PDF-Dokumente man täglich ausdruckt, weil es angenehmer ist, sie so zu lesen oder kurzfristig auf den Pendenzenstapel zu legen, kann man weiter Papier einsparen. Ob ausgedruckt oder im E-Mail-Eingang spielt eigentlich keine Rolle, zu erledigen ist das Mail so oder so.

Und wenn darauf nicht verzichtet werden kann – dann sollten wenigstens mehrere Seiten auf 1 Blatt Papier gedruckt werden. Geht das vergessen, kann das ausgedruckte Papier, das im Altpapier landet, vorher noch auf der Rückseite als Notizblatt verwendet werden.

Das unnötige Abholzen von schönen Wäldern muss nicht sein, mit der richtigen Papierwahl.

Wald und Klima schützen durch die richtige Papierwahl

Jeder fünfte Baum, der weltweit gefällt wird, landet in der Papierherstellung. Denn Holz besteht knapp zur Hälfte aus Zellulosefasern, dem wichtigsten Rohstoff für die Papierherstellung. Weitere Bestandteile sind Lignin und Hemizellose. Das Herauslösen der einzelnen Fasern aus dem Holz ist der energie- und wasserintensivste Schritt für die Papierherstellung. Liegen diese Fasern einmal vor, können diese dank Recycling bis zu sechsmal wiederverwendet werden. Darin besteht – nach der Papiervermeidung – der wichtigste Beitrag, um den Holzverbrauch zu senken und den Druck auf den Wald zu reduzieren.

Wird Altpapier wieder zu neuem Papier aufbereitet, was wie erwähnt bis zu sechsmal möglich ist, werden dafür keine Bäume gefällt – das Holz bleibt im Wald. Darüber hinaus spart das Recyclingpapier gegenüber den Primärfaserpapier bis zu 60% Energie sowie bis zu 70% Wasser und verursacht deutlich weniger CO2.

 

Tipps um den Papierverbrauch zu reduzieren 

  • bestellen Sie unerwünschte oder doppelt zugestellte Kataloge, Prospekte und Zeitschriften ab
  • lassen Sie sich aus Verteilerlisten streichen
  • unerwünschte Prospekte gehen retour mit dem Vermerk «zurück an den Absender – Adresse streichen»
  • am Briefkasten schützt der Hinweis «Bitte keine Werbung» vor unadressierten Prospekten, dieselbe Anweisung funktioniert auch, wer dies beim Postfach vormerken lässt
  • sich in die Robinsonliste (www.sdv-konsumenteninfo.ch/selbstregulierung/robinsonlisten) eintragen und im Telefonbuch den Stern setzen schützt vor unerwünschter Werbung
  • die automatische Duplexfunktion beim Druckertreiber senkt den Papierverbrauch ganz bequem
  • am Kopierer erinnert ein Hinweis daran, doppelseitig zu kopieren beziehungsweise das Ausgabeformat zu verkleinern: zwei oder vier Seiten auf eine
  • viele Informationen lassen sich digital archivieren oder sind tagesaktuell im Internet zufinden
  • A4-grosse Stapelboxen sammeln einseitig bedrucktes Altpapier, dessen Rückseite sich für Probeausdrucke oder Notizen optimal eignet; Datenschutz beachten
  • Digitalisierung von Dokumenten spart Papier und Archivraum
  • Die Scan-to-E-Mail-Funktion bietet die Möglichkeit, Dokumente direkt vom Netzwerkscanner aus an Mail-Empfänger zu versenden.
  • Green Printing Software entfernt leere Seiten und unnötige Infos aus der zu druckenden Datei
  • Bei Publikationen lassen sich Einsparungen durch leichtere, dünnere Papiere und knapp kalkulierte Auflagen realisieren. Ein kreatives Layout hilft, die Seitenanzahl sinnvoll zu reduzieren.

(Quelle FUPS, Papier.info)

Recyclingpapier ist eine sinnvolle Alternative

Vorurteile halten sich leider hartnäckig – so meinen noch immer etliche Einkäufer, Recyclingpapier sei immer grau oder anfällig für Störungen im Drucker oder Kopierer. Das ist aber längst nicht mehr so. Führende Gerätehersteller verkaufen Recyclingpapiere unter ihrem eigenen Produktnamen und beweisen damit, dass dieses Vorurteil der Vergangenheit angehört. Auch sind Recyclingpapiere nicht grundsätzlich alle grau, was auch das Recyclingpapier beweist, auf dem das NATURZYT ab der Ausgabe September gedruckt wird.

Kurzum, mit der Optimierung des Papierverbrauchs und der richtigen Papierwahl eines Recyclingpapiers schonen wir Umwelt und Wald ohne Qualitätsverlust – und leisten darüber hinaus einen aktiven Beitrag für unzählige Tier- und Pflanzenarten, die vom Aussterben bedroht sind, weil die Abholzung beängstigend schnell voranschreitet.

Blauer Engel - ein Label, das hilft

Neben der Wahl des Papieres spielt auch die Produktion, sowie die Waldbewirtschaftung eine zusätzliche Rolle. Echte Recyclingpapiere sollten wenn immer möglich mit den Logos Blauer Engel oder FSC 100% Recycling ausgezeichnet sein. Der Blaue Engel kann als strengstes Gütezeichen für Recyclingpapiere gesehen werden, denn es garantiert im Gegensatz zum FSC Recycling nicht nur die Rohstoffherkunft, sondern ein Produktionsprozess, welcher ohne unnötige Chemikalien auskommt. Muss es ausnahmsweise dennoch Neufaserpapier sein, sollte man unbedingt auf das FSC-Label „FSC Mixed Sources“ achten. Dieses steht für Fasern, die aus einer verantwortungsvollen Waldwirtschaft stammen und sind Papiere mit geringerem Recyclinganteil.

Die meisten Papeterien, Supermärkte und Bürodiscounter führen ein zumindest kleines Sortiment an Recyclingpapieren. Auch Toilettenpapier, Küchenrollen und Taschentücher aus 100% Altpapier gibt es heute. Achten Sie auf die Labels oder fragen Sie danach. 

Fotos Virginia Knaus

Quellen: FUPS/papier.info

 

Auf diese labels beim papierkauf achten

Das Umweltlabel des deutschen Umweltbundesamtes zeichnet Papiere mit 100% Altpapieranteil aus. Der Blaue Engel zeichnet Produkte aus, die in einer ganzheitlichen Betrachtung besonders umweltfreundlich sind und zugleich hohe Ansprüche an den Gesundheits- und Arbeitsschutz sowie an die Gebrauchstauglichkeit erfüllen. Der Blaue Engel kann als strengstes Gütezeichen für Recyclingpapier gesehen werden. 

Als Bedingung für das Label FSC-Recycling muss das eingesetzte Altpapier aus Sammelware stammen. Produktionsabfälle der Industrie sind ausgeschlossen. FSC-Recycling ist das erste weltweit gültige Recyclinglogo. Im Gegensatz zum noch strengeren Label Blauer Engel wird bei FSC-Recycling nur die Rohstoffherkunft, nicht aber der Produktionsprozess beurteilt.

Das FSC Mix Label zeichnet Papiere aus, die mit einem Anteil Altpapier und mit Frischfaser aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft produziert wurden. Ökologisch beurteilt wird ausschliesslich die Rohstoffherkunft, nicht die Produktion.

 

Tipp: Der Ratgeber «Papier – Wald und Klima schützen» mit weiteren Information kann kostenlos gegen ein adressiertes und frankiertes C5-Couvert bestellt werden bei: FUPS, Postfach 705, 9501 Wil – oder auf www.papier.info als PDF heruntergeladen werden.

 

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